Wirtschaft

Studie: Kinderarmut in Spanien trifft besonders junge Eltern und Alleinerziehende

Eine neue Untersuchung von FEDEA und der Universidad Complutense de Madrid zeigt: 2025 lebten 28,3 Prozent der Minderjährigen in Spanien unterhalb der Armutsgrenze; die kinderbezogene AROPE-Quote lag bei 33,8 Prozent. Am stärksten gefährdet sind…

Eine heute veröffentlichte Studie der Forschungsstiftung FEDEA und der Universidad Complutense de Madrid belegt eine überdurchschnittliche Armutsgefährdung von Kindern in bestimmten Haushaltstypen. Nach den jüngsten Auswertungen lebten 2025 rund 28,3 Prozent der Minderjährigen in Spanien in Haushalten unterhalb der nationalen Armutsgrenze; das entspricht etwa 2,07 Millionen Kindern und Jugendlichen. Die kinderbezogene AROPE-Quote – die neben Einkommensarmut auch schwere materielle und soziale Entbehrungen sowie geringe Erwerbsintensität erfasst – lag bei 33,8 Prozent. Besonders betroffen sind Familien mit Eltern unter 30 Jahren sowie Alleinerziehende, mehrheitlich Frauen.

Das Arbeitspapier „Hijos, Ciclo Vital y Pobreza en España: 2008–2025“ von José Ignacio Conde-Ruiz und Marialejandra Garay Aguirre ordnet Kinderarmut konsequent entlang von Lebensphasen und Haushaltsstrukturen. Die Analyse auf Basis der spanischen Erhebung zu den Lebensbedingungen (ECV) und einschlägiger EU-Indikatoren zeigt, dass sich finanzielle Belastungen der frühen Elternschaft mit prekären Beschäftigungsverhältnissen, niedriger Entlohnung und eingeschränkter Zeitsouveränität überlagern. In Einelternhaushalten (monoparental) kumuliert das Risiko zusätzlich, weil ein einzelnes Einkommen Fixkosten und Betreuungsaufwand schlechter abfedert.

Offizielle Beobachtungsstellen bestätigen die Größenordnung: Das Observatorio de la Infancia berichtet seit Jahren erhöhte Quoten von Einkommensarmut und materieller Deprivation bei Minderjährigen. Eurostat weist für Spanien ebenfalls hohe Werte bei kindbezogenen Armuts- und Ausgrenzungsindikatoren aus. Regionale Unterschiede bleiben erheblich; urbane und ländliche Räume sind unterschiedlich betroffen.

Politisch relevant ist die ungleiche Verteilung der Armutsrisiken über den Lebenszyklus. Die Studie plädiert für zielgenaue Unterstützung in Phasen früher Elternschaft und für Alleinerziehende – etwa durch einkommensgestützte Transfers, ausbaufähige und bezahlbare Kinderbetreuung sowie wirksamere Anreize zur Erwerbsteilnahme. Nach Angaben des zuständigen Ministeriums erreicht der Ingreso Mínimo Vital zahlreiche Haushalte mit Kindern und dient damit als Sicherheitsnetz, dessen Treffsicherheit jedoch weiter evaluiert werden muss.

Die genannten Quoten beziehen sich auf 2025 und basieren auf mikrodatengestützten Auswertungen der ECV sowie gängigen EU-Indikatoren (AROPE, materielle und soziale Entbehrungen, geringe Arbeitsintensität). Aussagen zu kausalen Effekten einzelner Maßnahmen bleiben Prüfhypothesen und erfordern längere Zeitreihen und Wirkungsanalysen. Die Ergebnisse bestätigen den Bedarf an stärker zielgruppenspezifischer Familien- und Sozialpolitik in Spanien.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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