Politik

Sordo fordert breitere Proteste für Wohnen und Löhne in Spanien

Der CCOO-Chef Unai Sordo ruft nach der Ablehnung zweier Wohnungsdekrete im Congreso de los Diputados und den Protesten nach der Zwangsräumung von Maricarmen zu einer ausgeweiteten Mobilisierung auf, die auch den Schutz der Reallöhne…

Unai Sordo, Generalsekretär der Comisiones Obreras, hat zur Ausweitung der aktuellen Wohnungsproteste auf Forderungen nach Schutz der Reallöhne aufgerufen. In einem Interview bei Radio Euskadi Anfang Oktober 2026 verwies er auf die Verbindung von Wohnungsnot, Inflation sowie höheren Kosten für Kraftstoffe und Rohstoffe, die „an den Löhnen der Menschen nagen“ und den sozialen Druck erhöhen. Eine Generalstreikoption schloss Sordo nicht aus, mahnte aber eine dosierte Antwort an, die regionale Unterschiede berücksichtigt.

Unmittelbarer Auslöser für die jüngste Welle an Demonstrationen war die Zwangsräumung von Maricarmen, einer 87-jährigen Mieterin im Madrider Stadtteil Retiro, die landesweit Empörung auslöste. Politisch hat die Lage zusätzlich an Schärfe gewonnen, seit der Congreso de los Diputados am 2. Oktober 2026 zwei von der Regierung per Eilverordnung erlassene Wohnungsdekrete („Realdekrete“) nicht bestätigte. Mit der Ablehnung durch die Parlamentsmehrheit verloren die Regelungen ihre Geltung; die Aufhebung wurde im Amtsblatt BOE veröffentlicht. Laut Europa Press betonte Sordo, die Mobilisierung solle „breit“ getragen werden und neben dem Zugang zu bezahlbarem Wohnraum ausdrücklich die Lohnentwicklung adressieren.

Sordo argumentierte, die soziale Lage stelle sich je nach Region unterschiedlich dar: Großstädte wie Madrid, touristische Gebiete und die ländlich geprägte España vaciada seien unterschiedlich betroffen, weshalb Formen von Protesten und Arbeitskampf variieren müssten. Während in Metropolen Mietpreise und Verdrängung dominieren, führen in peripheren Räumen Leerstand und geringe Einkommen zu anderen Problemlagen. Daraus leitet Sordo die Notwendigkeit einer abgestimmten, aber differenzierten Strategie ab.

Die Ablehnung der Wohnungsdekrete im Congreso de los Diputados hat eine Debatte über das weitere Vorgehen der Regierung und die Spielräume der Regionen befördert. Regierungsvertreter verweisen auf die Dringlichkeit rascher Maßnahmen gegen Mietanstiege und für sozialen Schutz, Oppositionsparteien kritisieren Umfang und Ausgestaltung der Vorlagen. Prognosen über mögliche Neuvorlagen oder Kompromisse sind offen; bestätigt ist lediglich, dass die bisherige Regelung nicht fortgilt.

Sordos Vorstoß nimmt diese Zuspitzung auf, indem er die Themen Wohnen und Einkommen in Spanien explizit verknüpft. Sein Appell zielt auf gesellschaftliche Mehrheiten, die zugleich Druck für bezahlbaren Wohnraum und für den Erhalt der Kaufkraft aufbauen. Ob daraus arbeitsrechtliche Schritte folgen, soll nach seinen Worten von der Entwicklung der Preise, der Tariflage und der politischen Reaktion abhängen.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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