Andalusien

Sevilla finanziert private Gala an der Giralda: Proteste und Anfragen nach 36.000 Euro

Nach der privat organisierten Jubiläumsfeier der Zeitschrift Escaparate an der Plaza Virgen de los Reyes reagieren Bürger und Parteien mit Protesten und Anfragen. Stadt und Junta de Andalucía beteiligten sich laut Unterlagen und Medien…

Nach der privat organisierten Jubiläumsfeier der Zeitschrift Escaparate an der Plaza Virgen de los Reyes in Sevilla haben Bürgerinitiativen und Oppositionsfraktionen Proteste und parlamentarische Anfragen eingereicht. Stadtverwaltung und Junta de Andalucía beteiligten sich nach übereinstimmenden Medienberichten und Vergabeunterlagen mit zusammen rund 36.000 Euro an der Veranstaltung.

Die Gala zum 20. Jubiläum von Escaparate fand am 17. September 2026 zu Füßen der Giralda statt. Nach den offiziellen Terminkalendern nahmen der Präsident der Regionalregierung, Juanma Moreno, und der Bürgermeister von Sevilla, José Luis Sanz, als Gäste teil. Der Platz war für die Dauer der Abendveranstaltung für die Öffentlichkeit gesperrt, der Charakter der Feier war privat.

Zur Finanzierung berichten elDiario.es und weitere lokale Medien, dass die städtische Tourismusgesellschaft Contursa Leistungen für Aufbau und Infrastruktur beauftragte. Zudem habe die Consejería de Turismo der Junta de Andalucía eine Zuwendung in Höhe von 18.000 Euro gewährt; zusammen mit städtischen Aufträgen summiere sich die öffentliche Unterstützung auf etwa 36.000 Euro. Diese Beträge ergeben sich aus veröffentlichten Bestellungen und Angaben der beteiligten Institutionen.

Kritik entzündete sich an zwei Punkten: Erstens, dass ein denkmalgeschützter öffentlicher Raum für eine überwiegend private, kostenpflichtige Gala genutzt wurde. Zweitens, dass ein Teil der Aufträge kurzfristig per Direktvergabe erfolgt sei. Kritiker verweisen auf kommunale Regelungen zum Schutz historischer Plätze. Rathaus und Regionalregierung halten dem entgegen, die Gala habe einen erheblichen Werbe- und Tourismuseffekt für Sevilla entfaltet und bewege sich im Rahmen bisheriger Praxis.

Am 24. und 25. September kam es in der Altstadt zu Sitzaktionen von Anwohnern, die gegen die Sperrung des Platzes und die öffentliche Mitfinanzierung protestierten. Oppositionsvertreter kündigten Anfragen an, um die Entscheidungswege, die Rechtsgrundlagen der Flächennutzung und die Vergabemodalitäten offenzulegen.

Die Debatte erhält zusätzliche Schärfe durch die zeitliche Nähe zu einem anderen Vorfall, der die soziale Lage in Sevilla ins Schlaglicht rückte: Ende August wurde im Stadtteil Triana die Leiche einer Frau in einem Abstellraum gefunden. Lokale Kommentare stellten den Kontrast zwischen diesem Fall und der festlichen Kulisse an der Giralda heraus.

Der Vorgang bleibt politisch relevant: Die angekündigten Auskünfte zu Zuschüssen, Genehmigungen und Aufträgen sollen klären, ob Verfahren, Haushaltsrecht und Denkmalschutz eingehalten wurden – und ob künftige Nutzungen der Plaza Virgen de los Reyes enger gefasst werden.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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