Teresa Ribera, Exekutiv‑Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für eine saubere, gerechte und wettbewerbsfähige Transformation, hat am 14. September 2026 in Madrid die jüngsten Warnungen führender Anbieter und ehemaliger Mitarbeitender aus der Branche der Künstlichen Intelligenz als „absolut besorgniserregend“ bezeichnet. Beim Nueva Economía Forum betonte sie die Notwendigkeit, Mechanismen gegen die starke Konzentration wirtschaftlicher und technologischer Macht in wenigen Händen zu aktivieren.
Ribera beschrieb die bisher verbreitete Haltung des „erst zulassen, dann nachsteuern“ als kreativitätsfördernd, mahnte aber, das aktuell außergewöhnlich hohe Maß an Marktmacht der großen Digitalkonzerne verlange eine aktive Rolle der öffentlichen Hand. Sie verteidigte den europäischen Ansatz der Regulierung digitaler Dienste und sprach sich für eine Künstliche Intelligenz „für und mit den Menschen“ aus, die Transparenz und Rückverfolgbarkeit der zugrundeliegenden Verfahren ermöglicht.
Mit Blick auf Rechenzentren rückte Ribera die Energie‑ und Standortfragen in den Vordergrund. Sie betonte, nationale Gesetzesinitiativen einzelner Mitgliedstaaten nicht kommentieren zu wollen, nannte jedoch die öffentliche Debatte über Auflagen für den Strombedarf solcher Anlagen „eine gute Idee“. Als Bezugspunkte erwähnte sie Diskussionen über lokale Moratorien in einigen US‑Kommunen sowie einen französischen Wettbewerbshüterbericht Ende 2025, der die besondere Verhandlungsmacht großer Digitalunternehmen gegenüber anderen Sektoren problematisierte.
Der Auftritt erfolgt vor dem Hintergrund umfangreicher Pläne für Dateninfrastrukturen in Spanien und anderen EU‑Ländern. Während Regierungen Investitionen in Rechenzentren fördern, verweisen Umweltverbände, Kommunen und Teile der Industrie auf Risiken für Energieversorgung, Flächennutzung und fairen Wettbewerb. In diesem Spannungsfeld ordnete Ribera die industrieeigenen Warnungen als aktuellen Anlass ein, regulatorische Instrumente und politische Debatten zu prüfen.
Zugleich zog sie eine klare Trennlinie: Als gesichert gilt, dass es wachsende Hinweise aus der Branche und von Aufsichtsbehörden auf konzentrierte Marktmacht und Kontrollrisiken gibt. Als Zuschreibung ist Riberas Bewertung zu verstehen, wonach diese Lage politische Reaktionen erfordert. Offene Punkte betreffen mögliche neue europäische oder nationale Vorgaben; konkrete Rechtsakte kündigte Ribera nicht an und verwies auf die Zuständigkeiten der Mitgliedstaaten. Wie streng Auflagen für Rechenzentren ausfallen, welche Transparenzanforderungen für KI‑Systeme gesetzt werden und wie Wettbewerbsfragen adressiert werden, bleibt Gegenstand weiterer Abstimmungen zwischen Europäischer Kommission, Mitgliedstaaten und nationalen Behörden.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).