Die Regierung von Isabel Díaz Ayuso hat am Mittwoch dem spanischen Verkehrsminister Óscar Puente vorgeworfen, mit seiner Kritik am Kauf eines „Ático“ in Chamberí den Konflikt zuzuspitzen, statt die betrieblichen Probleme im Nahverkehr anzugehen. Die Regionalexekutive der Comunidad de Madrid forderte den Minister auf, sich vorrangig um die Lösung der bislang rund 1.400 gemeldeten Störungen im Netz von Cercanías Madrid im laufenden Jahr zu kümmern.
Die Madrider Regierung erklärte, es sei unangemessen, einen politischen Streit über Immobilienkäufe gegen die Verantwortung für einen zuverlässigen Betrieb von Cercanías aufzuwiegen. Aus Sicht der Regionalverwaltung müsse das Ministerio de Transportes y Movilidad Sostenible die Wiederherstellung stabiler Abläufe, Instandhaltung und Investitionen beschleunigen. Die Zahl der Störungen wird dabei als zentrales Argument angeführt, um die Prioritätensetzung des Ministeriums infrage zu stellen. Eine unmittelbare Reaktion Puentes auf die erneute Kritik lag zunächst nicht vor.
Hintergrund ist der Erwerb einer Wohnung im Dachgeschoss („Ático“) in Chamberí durch die öffentliche Gesellschaft Planifica Madrid. Seit Juli hat der Vorgang politischen Widerstand ausgelöst. Oppositionelle Fraktionen wie PSOE-M und Más Madrid kündigten Prüfungen an beziehungsweise behielten sich rechtliche Schritte vor. Die Regionalregierung hält dagegen, der Kauf sei Teil einer Neuordnung von Dienstimmobilien gewesen und die Vorgänge seien ordnungsgemäß dokumentiert. Puente hatte den Ankauf öffentlich kritisiert; die heutige Rüge aus Madrid knüpft daran an und verlagert den Fokus auf die Leistungsfähigkeit von Cercanías Madrid.
Faktisch sind der Immobilienvorgang und die Qualität des Nahverkehrsbetriebs getrennte Themen mit jeweils eigenständigen Verfahren und Zuständigkeiten. Die Vorwürfe gegen den Ankauf sind politisch zugeschriebene Positionen, über deren Bewertung laufende oder angekündigte Prüfungen entscheiden werden. Die Forderungen an das Ministerio de Transportes y Movilidad Sostenible betreffen operative Fragen wie Störungsbeseitigung, Planungssicherheit und Kapazitätsausbau auf stark frequentierten Pendlerachsen in Madrid. Für Fahrgäste ist kurzfristig entscheidend, ob konkrete Maßnahmen zur Stabilisierung des Betriebs Wirkung zeigen. Ob darüber hinaus zusätzliche Mittel oder Zeitpläne für die Modernisierung des Netzes vorgelegt werden, bleibt offen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).