Wirtschaft

Puente bietet der Comunidad de Madrid die Übernahme der Cercanías an – Ayuso kritisiert, lehnt aber ab

Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente hat der Comunidad de Madrid und der Junta de Andalucía die Übertragung der Zuständigkeit für die Cercanías angeboten und Isabel Díaz Ayuso vorgehalten, den Dienst zu kritisieren, ohne ihn übernehmen…

Spaniens Minister für Verkehr und nachhaltige Mobilität, Óscar Puente, hat sich bereit gezeigt, die Zuständigkeit für die Cercanías an die Regionen zu übertragen. Er habe der Comunidad de Madrid und der Junta de Andalucía eine Übernahme angeboten, sagte er in einem Interview mit Europa Press. Madrids Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso werfe dem Staat zwar Mängel im Betrieb vor, „will sie aber nicht“ übernehmen, so Puente.

Der Minister betonte, die Zentralregierung wolle den Nahverkehr nicht monopolisieren. Der Staat trage zwar über Renfe die Verantwortung für die Cercanías in fast ganz Spanien, in Katalonien bestehe jedoch eine gemeinsame Struktur mit der Generalitat. Nach jüngsten Fortschritten bei der Übertragung von Rodalies an die Generalitat könnten weitere Regionen ihre Netze in eine einheitliche regionale Steuerung integrieren. Puente stellte diese Option als Antwort auf wiederholte Kritik an Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Vorortzüge dar, die in Bereichen wie Planung, Wartung und Fahrgastinformation auch von regionaler Verzahnung profitiere.

Konkret verwies Puente darauf, dass er Isabel Díaz Ayuso und dem andalusischen Regierungschef den Vorschlag bereits unterbreitet habe. Er ordnete die Debatte in eine breitere Reformagenda ein: Kommunen und autonome Gemeinschaften sollten Busse, Metros und Straßenbahnen enger mit den staatlich verantworteten Bahnverkehren verknüpfen. Es fehle bislang an politischem Willen, diese Systeme – einschließlich Tarifen – konsequent zusammenzuführen, sagte er. Eine Übertragung der Zuständigkeit würde nach seiner Darstellung auch die Möglichkeit eröffnen, Fahrpläne, Investitionen und Betriebsführung aus einem Guss zu organisieren. Ob und unter welchen finanziellen Bedingungen die Regionen diese Verantwortung annehmen, liege jedoch bei den jeweiligen Regierungen.

Darüber hinaus kündigte Puente an, dass Renfe in Portugal aktiv werde. Hintergrund seien Schwierigkeiten, in Frankreich auf die Schiene zu kommen. Details zu Linien, Zeitplan und Genehmigungsverfahren nannte er nicht. Die internationale Expansion sei Teil der Strategie, Renfe in liberalisierten europäischen Märkten zu positionieren; konkrete Verträge oder Betriebsaufnahmen blieben vorerst offen und hängen von regulatorischen Entscheidungen der Nachbarländer ab.

Ein unmittelbarer Positionswechsel der betroffenen Regionalregierungen war bis zur Veröffentlichung des Interviews nicht bekannt. Puentes Vorstoß platziert die Verantwortung sichtbar bei den autonomen Gemeinschaften: Wer mehr Steuerung im Nahverkehr verlangt, kann sie nach seiner Lesart erhalten – mit der Pflicht, den Betrieb von Cercanías dann auch zu tragen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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