Der Vize-Generalsekretär der Partido Popular (PP) für Haushalt, Wohnen und Infrastrukturen, Juan Bravo, hat der Zentralregierung am 21. August vorgeworfen, die Volkspartei nicht in Beratungen zur Lage in Ceuta einbezogen zu haben und den Stadtpräsidenten Juan Jesús Vivas bei der Krisensteuerung allein zu lassen. In Aussagen bei COPE kritisierte Bravo zudem, Pedro Sánchez setze mehr auf Bilder als auf Lösungen und habe sich zeitweise in den Urlaub verabschiedet.
Bravo sprach von einer unzureichenden Reaktion des Staates auf die jüngsten Grenzübertritte und verwies auf Berichte über einen geräumten Strandabschnitt, der kurz darauf erneut überlaufen gewesen sei. Zugleich erneuerte er den Anspruch der PP, praktikable Vorschläge vorgelegt zu haben. Dazu zählt ein von Alberto Núñez Feijóo vorgestellter Wirtschaftsplan für Ceuta im Umfang von 650 Millionen Euro über sechs Jahre.
Die Regierung weist die Vorwürfe zurück. Aus der Moncloa heißt es, man koordiniere seit Ende Juli Maßnahmen mit den Behörden vor Ort; der Regierungschef habe Ceuta besucht, Ressorts wie Innen und Auswärtiges stünden mit der Stadt in regelmäßigem Austausch. Außenminister José Manuel Albares versicherte bei einem Besuch in Ceuta die „volle und dauerhafte“ Unterstützung des Staates. Nach Regierungsangaben umfassen die Arbeiten unter anderem Sicherheitsdispositive, Unterbringungskapazitäten, Transfers innerhalb Spaniens sowie diplomatische Kontakte mit Marokko.
Juan Jesús Vivas hatte in den vergangenen Tagen wiederholt öffentlich die Intensität der staatlichen Hilfe kritisiert. Er kündigte an, den Fall der Justiz vorzulegen, sollte binnen 30 Tagen keine tragfähige Lösung erreicht werden. Auch in Melilla wird die Lage aufmerksam verfolgt, da sich Fragen der Unterbringung, Identifizierung, Asylprüfung und möglicher Rückführungen nach den Grenzübertritten in beiden Städten ähneln.
Politisch erhöht die Zuspitzung den Druck auf Madrid, Abläufe transparent zu machen und konkrete Maßnahmen zu benennen. Die Einordnung der Ereignisse bleibt dabei umstritten: Während die PP die Regierung für fehlende Führung verantwortlich macht, verweisen Regierungsstellen auf dokumentierte Treffen, Lagebesprechungen und laufende Kooperation mit Ceuta. Fest steht, dass neben der kurzfristigen Stabilisierung die wirtschaftliche und soziale Resilienz der Stadt ein zentrales Thema ist – ein Feld, auf dem Regierung und Opposition unterschiedliche Prioritäten setzen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).