Vertreter von Gewerkschaften der Policía Nacional und Berufsverbänden der Guardia Civil sind in der Nacht zum 28. Oktober aus der Zentrale der Secretaría de Estado de Seguridad in Madrid geräumt worden. Zuvor hatten sie sich seit dem späten Mittwochnachmittag dort aufgehalten, um mit Blick auf eine „jubilación digna“ und die Einstufung ihrer Tätigkeit als Risikoberuf Druck auf das Ministerio del Interior auszuüben. Nach übereinstimmenden Medienberichten setzte die Leitung der Behörde hierfür Kräfte der Unidad de Prevención y Reacción ein.
Nach Verlassen des Gebäudes betonte Aarón Rivero, Generalsekretär der Gewerkschaft JUPOL, gegenüber Medien, die Gruppe habe den Sitz „friedlich“ aufgegeben, um die UPR-Beamtinnen und -Beamten nicht in eine Konfliktsituation zu bringen. Nach seiner Darstellung wollten die Beteiligten zudem Disziplinarverfahren oder Anzeigen wegen Ungehorsams oder der Besetzung eines öffentlichen Gebäudes vermeiden. Rivero kritisierte zugleich, die Regierung gehe gegen „eigene“ Einsatzkräfte vor, während an der Puerta del Sol ein seit Wochen bestehendes Protestlager geduldet werde. Diese Bewertung ist eine Position der Organisatoren; eine Stellungnahme des Innenministeriums lag zunächst nicht als eigene Pressemitteilung vor.
Auslöser des Protests war der festgefahrene Streit über Pensionsregelungen und die geforderte Anerkennung der Polizeitätigkeit als Risikoberuf, die in Spanien mit vorgezogenen Ruhestandsoptionen verbunden wäre. Die Verbände verweisen auf unterschiedliche Regelungen zwischen staatlichen, autonomen und lokalen Polizeikörpern und pochen auf Gleichbehandlung. Nach Angaben der Teilnehmenden waren mehrere Organisationen beteiligt; konkrete Vereinbarungen mit der Regierung kamen nicht zustande.
Die Räumung beendet das symbolische Druckmittel im Inneren der Behörde, verschärft aber den öffentlichen Konflikt zwischen den Initiatoren und der Führung des Ministerio del Interior. Ob und wann neue Gespräche aufgenommen werden, blieb in der Nacht offen. Einige Medien berichteten, das Innenressort verweise auf künftige Verhandlungsrunden in der nächsten Legislaturperiode; dies wäre politisch bedeutsam, weil die Entscheidung über Einstufungen und Zusatzbeiträge haushalts- und gesetzesrelevant ist. Bestätigte Termine dafür nannte die Regierung zunächst nicht.
Das Geschehen hat damit sowohl eine arbeits- als auch eine sicherheitspolitische Dimension: Es betrifft die Altersstruktur der Polizeikörper, die Finanzierung von Vorruhestandsmodellen und die Frage, wie die staatliche Sicherheitsarchitektur mit innerbehördlichen Protesten umgeht. Weitere Aktionen der beteiligten Verbände sind angekündigt.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).