In Vallecas hat die Polizei am 23. September eine Zwangsräumung vollstreckt. Betroffen waren ein 52-jähriger Mieter und sein 21-jähriger Sohn, die seit 2007 in einer Wohnung lebten, die ursprünglich zur „obra social“ der Fundación La Caixa gehörte. Nach übereinstimmenden Berichten aus der Nachbarschaft und von Initiativen zahlten sie bis zum Auslaufen des geschützten Mietvertrags im Jahr 2022 rund 400 Euro monatlich. Ein erstinstanzliches Gericht hatte die Räumung zunächst ausgesetzt; die Audiencia Provincial entschied später, dass die Wohnung zu räumen sei. Die Vollstreckung erfolgte trotz Protesten von Dutzenden Anwohnerinnen und Anwohnern.
Der Fall ist Teil einer größeren Entwicklung auf dem Madrider Wohnungsmarkt: Ein Paket von mehreren Hundert Wohnungen aus dem Bestand der Fundación La Caixa wurde an Investmentfonds veräußert, darunter Mosaic Propco, Farley und IGT Básico. Nach Angaben von Mieterinitiativen und lokalen Medien endet mit dem Auslaufen der zeitlich befristeten Sozialmietverträge der Schutzstatus vieler Bewohnerinnen und Bewohner. Die neuen Eigentümer streben demnach den Einzelverkauf der Einheiten zu Preisen an, die die bisherigen Mieter nicht tragen können. Die Plataforma de Afectados por la Hipoteca fordert die Fonds auf, mit den Mietparteien über erschwingliche Lösungen zu verhandeln. Von den Fonds vorgebrachte Verkaufspläne und wirtschaftliche Zwänge waren zunächst nicht im Detail öffentlich begründet.
Zeitgleich sorgte in Madrid der ebenfalls am 23. September vollstreckte Zwangsräumungsfall von Maricarmen im Stadtteil Retiro für landesweite Aufmerksamkeit. Verbände wie die Federación Regional de Asociaciones Vecinales de Madrid sprachen von einem „schwarzen Mittwoch“ für das Recht auf Wohnen und gaben den Verwaltungen Versäumnisse beim Schutz besonders verletzlicher Haushalte zu erkennen. Politikerinnen und Politiker aus Stadt und Region äußerten sich kritisch zu der Rolle privater Fonds; unmittelbare Gegenmaßnahmen wurden am Tag der Räumungen jedoch nicht angekündigt.
Gesichert ist: Es liegen gerichtliche Entscheidungen vor, und in Vallecas wurde die Räumung durchgesetzt. Nicht gesichert ist, ob und in welchem Umfang weitere Zwangsräumungen in den betroffenen Blöcken unmittelbar folgen. Forderungen nach Verhandlungen, Zwischenlösungen oder Eingriffen der öffentlichen Hand stammen von zivilgesellschaftlichen Organisationen und Teilen der Politik. Die Stadt und die Autonomieregion Madrid bewerten die Lage dem Vernehmen nach weiterhin, während Betroffene und Initiativen kurzfristige Absprachen zur Abwendung weiterer Vollstreckungen verlangen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).