Die Policía Nacional hat am Sonntag in mehreren Vierteln von Ceuta einen koordinierten Einsatz zur Identifizierung von Migranten durchgeführt, die nach der Räumung von Strandlagern in die Stadtteile ausgewichen waren. Schwerpunkte der Maßnahmen waren Poblado Regulares und die Barriada Los Rosales; zudem wurde im Umfeld des Industriegebiets El Tarajal sowie nahe dem Centro de Estancia Temporal de Inmigrantes kontrolliert. Nach übereinstimmenden Berichten lokaler Medien und Angaben der Behörden waren mehr als 350 Kräfte im Einsatz; in einzelnen Abschnitten beteiligten sich rund hundert Beamte der Unidad de Intervención Policial.
Die Delegación del Gobierno hatte in der Woche vor dem Einsatz angekündigt, nach der Auflösung von Lagern an den Stränden Benítez, El Trampolín und Fábrica del Guano nun auch in den Barrios vorzugehen. Ziel sei es, verbliebene provisorische Unterkünfte zu beseitigen, Personen zu registrieren und je nach Status in Aufnahmeeinrichtungen zu bringen oder die vorgesehenen Verwaltungsverfahren einzuleiten. Zuständig für Identifizierung und Dokumentenprüfung ist die Policía Nacional; die Betreuung unbegleiteter Minderjähriger obliegt den regionalen Behörden.
Nach Angaben aus Sicherheitskreisen flohen zahlreiche Menschen beim Eintreffen der Einsatzkräfte in die nahegelegenen Berge und in weniger frequentierte Zonen der Stadt. Bereits in den Tagen zuvor hatten viele die Strandabschnitte verlassen, nachdem die Polizei dort die Siedlungen abgebaut hatte. Nachbarschaftsverbände berichteten der Delegación del Gobierno von einer Zunahme provisorischer Behausungen in verschiedenen Barrios; daraufhin kartierten die Behörden betroffene Bereiche, um den Zugriff zu koordinieren.
Humanitäre Organisationen und lokale Sozialdienste weisen darauf hin, dass polizeiliche Maßnahmen die strukturellen Fragen von Unterbringung und Versorgung nicht lösen. Aus ihrer Sicht bedarf es zusätzlicher Kapazitäten in der Aufnahme sowie klarer Verfahren für besonders Schutzbedürftige. Die Behörden entgegnen, öffentliche Sicherheit, Gesundheitsschutz und die Durchsetzung geltenden Rechts erforderten das strukturierte Vorgehen in den Stadtteilen.
Hintergrund sind vermehrte, teils irreguläre Grenzübertritte seit Ende Juli 2026, die zu einer anhaltenden Belastung kommunaler Ressourcen in der Exklave führten. Die Zentralregierung stufte die Lage im Spätsommer als sicherheitsrelevant ein und passte organisatorische Abläufe an. Der jetzt begonnene Zugriff in den Barrios markiert den nächsten Schritt nach den Räumungen an den Küstenabschnitten und soll laut Behördenlage fortgesetzt werden, bis die provisorischen Ansiedlungen beseitigt sind und alle Betroffenen erfasst wurden.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).