Der Partido Riojano hat am 10. September 2026 eine unabhängige Prüfung der Produktionskosten der Konzerte während der Festwoche San Mateo in Logroño gefordert. Fraktionschef Rubén Antoñanzas kritisierte in einem Audiostatement und vor der Presse „fehlende technische Details in den Plänen und Verträgen“ sowie aus seiner Sicht auffällige Preisunterschiede zwischen einzelnen Programmbausteinen. Als Beispiel nannte er eine Differenz von 84.000 Euro zwischen zwei Positionen, die aus seiner Darstellung auf unzureichend dokumentierte Produktionsaufwände zurückgehe. Zudem monierte er den wiederholten Einsatz des Verhandlungsverfahrens ohne öffentliche Bekanntmachung (negociado sin publicidad), das die Nachvollziehbarkeit der Preisbildung erschwere.
Die Stadtregierung von Logroño wies die Vorwürfe zurück. Sprecherin Celia Sanz erklärte am 2. und erneut am 10. September, die Kalkulationen setzten sich aus Künstlerhonoraren und technischen Produktionskosten zusammen; in der Gesamtschau ergebe sich ein stimmiges, marktgerechtes Bild. Als Beispiel nannte die Verwaltung die Buchung der Gruppe Maldita Nerea: Der Gesamtbetrag belaufe sich auf 78.408 Euro, davon 32.000 Euro als ausgewiesenes Honorar zuzüglich Mehrwertsteuer; der Rest entfalle auf Technik, Transport sowie Auf- und Abbau. Sanz betonte, die Preisfindung entspreche dem Markt und die Verträge folgten den vorgesehenen Verfahren.
Antoñanzas verlangt eine externe Wirtschaftsprüfung, die die tatsächlichen Produktionskosten den abgerechneten Posten gegenüberstellt und die verwendeten Vergabeinstrumente bewertet. Seine Einwände richten sich insbesondere gegen aus seiner Sicht unklare Leistungsbeschreibungen und wenig überprüfbare Paketpreise.
Hintergrund ist ein im Juni 2026 beschlossener Nachtragshaushalt, der knapp 140.000 Euro umfasst und 88.000 Euro speziell für Veranstaltungen und Konzerte im Rahmen von San Mateo vorsieht. Die Opposition sieht darin zusätzlichen Prüfbedarf für die Abwicklung der Verträge, die Stadt spricht von notwendiger Flexibilität bei kurzfristigen Kulturformaten.
Gesichert ist: Der Partido Riojano hat die Forderung nach einer Wirtschaftsprüfung am 10. September vorgebracht; die Stadt reagierte mit dem Hinweis auf die Struktur der Gesamtkosten und auf Beispiele wie Maldita Nerea. Nicht belegt ist bislang, dass aus den bemängelten Differenzen rechtswidrige Mehrausgaben entstanden sind. Mögliche Folgen der Auseinandersetzung sind engere Kontrollen der Vergaben, eine externe Auditierung und gegebenenfalls die Veröffentlichung detaillierter Leistungsbeschreibungen. Ob es dazu kommt, hängt von Mehrheitsverhältnissen im Stadtrat und den formellen Prüfaufträgen ab.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).