Óscar Martín, Generalsekretär der UGT-Andalusien, ist am 16. Oktober 2026 in Sevilla mit dem Premio Por un Poder Andaluz der Fundación Alejandro Rojas-Marcos ausgezeichnet worden. Bei der Verleihung in der Zentrale der UGT-Andalusien würdigte der Präsident der Junta de Andalucía, Juanma Moreno, die Arbeit des Gewerkschafters für Verständigung und sozialen Dialog. Moreno sagte in seiner Ansprache sinngemäß, man könne Andalusier sein, unabhängig davon, wie man denke, und hob Martins Rolle als verlässlichen Gesprächspartner hervor.
Die Fundación Alejandro Rojas-Marcos verleiht den Preis an Persönlichkeiten, die nach Darstellung der Stiftung zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in Andalusien beitragen. Die Auszeichnung an Martín bezieht sich auf seine Arbeit für Beschäftigtenrechte und seine Beteiligung an der sozialpartnerschaftlichen Konzertation in der Region. An der Veranstaltung nahmen neben Vertreterinnen und Vertretern der UGT auch Repräsentanten der CCOO sowie der Confederación de Empresarios de Andalucía teil.
Martín steht seit dem vergangenen Jahr an der Spitze der UGT-Andalusien und hat den Kurs einer kooperativen Tarif- und Sozialpolitik betont. Die jüngsten Gespräche zwischen Gewerkschaften, Arbeitgebern und Regionalregierung drehen sich vor allem um Löhne, Arbeitsqualität und die Umsetzung von Maßnahmen gegen prekäre Beschäftigung in Sektoren mit hoher Saisonabhängigkeit. Mit der Auszeichnung würdigt die Stiftung nach eigenen Angaben die Bereitschaft zum Ausgleich zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Lagern.
Moreno nutzte seinen Auftritt, um den sozialen Dialog als tragende Säule der andalusischen Politik darzustellen. Konkrete politische Zusagen wurden dabei nicht angekündigt. Die Präsenz führender Akteure von Gewerkschaften und Arbeitgebern unterstreicht jedoch die jüngste Intensivierung der Gespräche über Standort- und Arbeitsmarktfragen in Sevilla und anderen Provinzen.
Der Premio Por un Poder Andaluz wird seit mehreren Jahren vergeben. Mit der diesjährigen Entscheidung setzt die Fundación Alejandro Rojas-Marcos ein Signal für Kooperation über institutionelle und weltanschauliche Grenzen hinweg. Angaben zu Zusammensetzung und Entscheidungsmodus der Jury lagen am Abend der Verleihung in knapper Form vor; die Stiftung verweist auf die fachliche Unabhängigkeit des Gremiums. Aus den Stellungnahmen von Junta de Andalucía, Gewerkschaften und Medienberichten geht übereinstimmend hervor, dass die Ehrung auf Martins Beitrag zur Stabilität der Arbeitsbeziehungen in Andalusien zielt.
Die Verleihung in Sevilla war von einem breiten Publikum aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft begleitet. Über die unmittelbaren Folgen für anstehende Verhandlungen machten die Beteiligten keine belastbaren Aussagen. Fest steht: Der Preis rückt die Bedeutung belastbarer Gesprächskanäle zwischen Regierung, Unternehmen und Beschäftigten erneut in den Mittelpunkt.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).