Aktuell

Opposition in Melilla meldet 43,7 Prozent Armutsrisiko und fordert Plan gegen Kinderarmut

Coalición por Melilla verweist auf EAPN-ES-Auswertungen zu INE-Daten und verlangt einen lokalen Aktionsplan mit Budget und messbaren Zielen.

Melilla weist nach Darstellung der regionalen Oppositionspartei Coalición por Melilla einen besonders hohen Anteil von Menschen im Risiko von Armut oder sozialer Ausgrenzung auf. Die Partei bezifferte die Quote am 17. Oktober 2026 mit 43,7 Prozent und verwies auf den Bericht „El Estado de la Pobreza“ der EAPN-ES, der Auswertungen der Encuesta de Condiciones de Vida des Instituto Nacional de Estadística zugrunde legt. Der landesweite Durchschnitt liege demnach bei 25,7 Prozent.

Die Opposition verlangt als unmittelbare Reaktion einen spezifischen Plan gegen Kinderarmut in Melilla. Sie nennt als Zielgruppe Haushalte mit Minderjährigen und fordert einen „Plan Melillense contra la Pobreza Infantil“ für die Jahre 2027 bis 2030. Dieser solle klare Zwischenziele, einen überprüfbaren Zeitplan, eine Evaluierung sowie ein zweckgebundenes Budget enthalten. Zudem schlägt die Partei vor, einen autonomen Ergänzungszuschlag zum Ingreso Mínimo Vital einzuführen, um Haushalte mit Kindern zu erreichen, die die staatliche Leistung aus formalen Gründen nicht erhalten.

Nach Angaben der Oppositionspartei sind Minderjährige in der Stadt besonders betroffen. Sie spricht davon, dass sechs von zehn Kindern in Melilla einem Armuts- oder Ausgrenzungsrisiko ausgesetzt seien. Die Forderungen richten sich an die lokale Regierung, deren Ausgabenprioritäten die Opposition kritisiert. Melilla verfüge über einen Haushalt von mehr als 400 Millionen Euro, der gezielter auf sozialpolitische Maßnahmen mit nachweisbarer Wirkung ausgerichtet werden müsse, heißt es in der Stellungnahme.

Der von EAPN-ES vorgelegte Bericht nennt strukturelle Faktoren, die das Risiko in Melilla erhöhen: eine fragilere Wirtschaftsstruktur, geringere Kaufkraft, ein angespannter Wohnungsmarkt sowie Engpässe bei der Finanzierung öffentlicher Leistungen. Aus Sicht der Opposition sind mehr sozial geförderte Mietwohnungen, eine bessere Zielgenauigkeit bestehender Hilfen und eine Priorisierung von Familien mit Kindern zentrale Hebel. Die Partei betont zugleich, dass eine fortlaufende Datenerhebung und Wirkungskontrolle Voraussetzung für wirksame Politik seien.

Die genannten Quoten beruhen auf der Auswertung der endgültigen Ergebnisse der Encuesta de Condiciones de Vida des Instituto Nacional de Estadística durch EAPN-ES. Die politische Bewertung und die konkreten Forderungen stammen aus der Erklärung der Coalición por Melilla vom 17. Oktober 2026. Eine Stellungnahme der lokalen Regierung zu den Vorwürfen lag zunächst nicht vor. Die Debatte über Armut in Melilla gewinnt damit erneut an Schärfe, da die Stadt im Vergleich zu Spanien weiterhin deutlich schlechtere Indikatoren aufweist.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk