Mónica Oltra hat am 30. September 2026 in Valencia erste Schwerpunkte für ihren Wahlkampf um das Bürgermeisteramt gesetzt. Die Kandidatin von Compromís bezeichnete den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum als „größtes Problem der Stadt“ und kündigte an, als erste Maßnahme die Einstufung Valencias als zona de mercado residencial tensionado – kurz zona tensionada – zu beantragen. Nach ihren Angaben soll die Stadt die Ausweisung bei der Generalitat Valenciana formell anstoßen, sobald die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Als Instrumente zur Mobilisierung von Wohnungen nannte Oltra die Wiederaufnahme und Stärkung des tanteo y retracto, also des öffentlichen Vorkaufs- und Rückkaufsrechts bei Immobiliengeschäften, um Erwerbungen für den kommunalen Bestand zu sichern. Zugleich strebt sie eine gezielte Ausweitung der städtischen Mietwohnungen an. Selbst Haushalte mit vermeintlich „guten“ Einkommen gerieten inzwischen in Schwierigkeiten, betonte sie. Deshalb brauche es eine Kombination aus rechtlichen Eingriffen, öffentlichen Investitionen und einer strikteren Regulierung besonders belasteter Marktsegmente.
Mit Blick auf den Tourismus sagte Oltra, neue Genehmigungen für Ferienwohnungen wolle sie nicht verlängern oder deutlich restriktiver handhaben, um Wohnraum für die Bevölkerung zu schützen. Die Ankündigung greift laufende Debatten in Valencia auf: Die Stadtverwaltung hat zuletzt gegen illegale Ferienwohnungen vorgegangen und die Vergabe neuer Touristenlizenzen bereits eingeschränkt. Zudem wurde öffentlich über verpasste Gelegenheiten beim Einsatz von Vorkaufsrechten diskutiert, die den kommunalen Bestand hätten vergrößern können.
Rechtlich ist die Einstufung als zona tensionada eine Kompetenz der Autonomen Gemeinschaften; die Kommunen können Anträge und Begründungen liefern. Eine Einstufung würde der Stadt wohlfahrts- und mietpolitische Steuerungsinstrumente eröffnen, etwa Obergrenzen für Mietsteigerungen im betroffenen Gebiet. Zugleich bindet sie die Verwaltung an Verfahrensfristen, Begründungspflichten und mögliche gerichtliche Überprüfungen. Oltras Aussagen sind politische Vorhaben und keine bereits umgesetzten Maßnahmen; ob und wann die Generalitat Valenciana einem Antrag zustimmt, hängt von der Prüfung der gesetzlichen Kriterien ab.
Die Kandidatur Oltas steht für den Versuch von Compromís, in Valencia eine breitere Linksallianz zu schmieden. Inhaltlich setzt sie auf die Stärkung öffentlicher Dienstleistungen, Klimaschutz, besseren öffentlichen Verkehr und eine aktive Wohnungspolitik. Der aktuelle Vorstoß zur zona tensionada bildet dabei den Kern ihrer wohnungspolitischen Agenda.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).