Der Sindicato de Inquilinas de Catalunya hat für Montag, den 28. September 2026, um 19.00 Uhr zu einer Kundgebung in Barcelona aufgerufen. Der Protest soll vor dem Palau de Congressos de Barcelona an der Avinguda Diagonal stattfinden und mit einem Auftritt des spanischen Regierungschefs Pedro Sánchez bei der Gala der Premis La Vanguardia zusammenfallen. Die Organisation verlangt, dass die Regierung in einem angekündigten Wohnungsdekret zentrale Forderungen der Mieterbewegung verankert.
Als Kernpunkte nennt der Verband unbefristete Mietverträge und automatische Vertragsverlängerungen. Vertreter des Sindicato de Inquilinas de Catalunya kündigten an, dem Regierungschef ihre Ablehnung eines „Showdekrets“ deutlich zu machen, falls die Vorlage lediglich kosmetische Änderungen enthalte. Der Aufruf knüpft an Mobilisierungen der vergangenen Tage an, bei denen Wohnungsinitiativen in mehreren Städten auf steigende Mieten und unsichere Vertragslagen aufmerksam gemacht haben.
Nach Angaben der Initiatoren ist der Zeitpunkt bewusst gewählt: Die Kundgebung soll Sichtbarkeit herstellen, während Pedro Sánchez in der Stadt erwartet wird. Zugleich erhöhen Mieterorganisationen den Druck, weil die Regierung in Madrid nach ihrem Stand der Dinge am Dienstag über ein Wohnungsdekret beraten und es beschließen will. Offizielle, endgültige Inhalte der geplanten Regelungen lagen bis Sonntag nicht vor. Regierungskreise sprechen von laufenden Abstimmungen innerhalb des Regierungsbündnisses und mit Parlamentsfraktionen.
Der Verband nutzt den von Aktivisten geprägten Namen „decreto Maricarmen“ als Sammelbegriff für ein Katalog von Maßnahmen. Dazu zählen neben der Verlängerung von Mietverhältnissen auch klar definierte Mietobergrenzen sowie einheitliche, durchsetzbare Regeln zur Vertragsdauer. Diese Forderungen werden in Katalonien und Madrid kontrovers diskutiert. Befürworter sehen darin ein Mittel, kurzfristige Entlastung für Mieter zu schaffen. Kritiker warnen vor negativen Effekten auf das Angebot an Mietwohnungen und verweisen auf rechtliche Grenzen der Regulierung.
In Barcelona berichten Mieterinitiativen seit Monaten von wachsender Organisierung auf Nachbarschafts- und Hausblockebene. Derartige Strukturen sollen kollektive Verhandlungen mit Eigentümern erleichtern und rechtliche Beratung bündeln. Ob und in welchem Umfang die Regierung diese Anliegen in der erwarteten Ministervorlage aufgreift, ist offen. Klar ist, dass das Wohnungsthema in Katalonien eine hohe politische Resonanz hat und erneut zum Prüfstein für das Verhältnis zwischen sozialen Bewegungen und der Zentralregierung werden dürfte.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).