Die Comuns haben am 12. Oktober 2026 das Abkommen zwischen Esquerra Republicana de Catalunya und Podemos scharf kritisiert und einen eigenständigen Antritt in Katalonien innerhalb des Frente Amplio bekräftigt. Aus der Partei hieß es, Gabriel Rufián sei mit dem Anspruch angetreten, die Linke zu einen, tue nun aber das Gegenteil. Zugleich erinnerten die Comuns daran, bei den spanischen Parlamentswahlen 2023 in Katalonien vor Esquerra gelegen zu haben.
Konkret sieht das von beiden Parteien vereinbarte Format nach übereinstimmenden Berichten eine abgestimmte Kampagne vor: In Katalonien führt Gabriel Rufián die Liste von Esquerra Republicana de Catalunya an; außerdem wollen Rufián und die Podemos-Politikerin Irene Montero gemeinsam auftreten, um das linke Lager auch außerhalb Kataloniens zu mobilisieren. Details des Pakts wurden nicht vollständig öffentlich gemacht.
Die Comuns erklärten, ihre eigene Marke nicht in einer anderen Partei aufgehen lassen zu wollen. Sie setzen weiter auf Ada Colau als mögliches bündnisbildendes Gesicht und plädieren für eine breite Kandidatur, die die Kräfte einschließt, die 2023 zur Niederlage der Rechten beigetragen hätten. Der Vorstoß von Esquerra und Podemos habe unter linken Wählerinnen und Wählern „tiefe Enttäuschung“ ausgelöst, hieß es aus dem Umfeld der Comuns. Gespräche zwischen den beteiligten Formationen laufen dem Vernehmen nach weiter, die Fristen für formale Zusammenschlüsse im Vorfeld der Wahl bleiben politisch wie organisatorisch bedeutsam.
Hintergrund: Die Debatte um ein gemeinsames linkes Projekt in Katalonien und auf gesamtspanischer Ebene hat sich seit dem Sommer verdichtet. Podemos hatte sich im Kongress vom Bündnis Sumar gelöst und einen eigenständigen Kurs eingeschlagen. In diesem Kontext wird der Schulterschluss von Esquerra Republicana de Catalunya und Podemos als Versuch gewertet, Ressourcen zu bündeln und die linke Wählerschaft gezielt anzusprechen.
Einschätzung: Kurzfristig kann die Kooperation von Esquerra und Podemos Sichtbarkeit und Mobilisierungseffekte erzeugen. Politisch erhöht sie jedoch das Risiko einer fragmentierten Linken in Katalonien, sofern die Comuns und weitere Akteure getrennt antreten. Ob daraus ein Momentum für ein breiteres Bündnis entsteht oder ein Konkurrenzverhältnis, hängt von den nächsten Verhandlungen ab und davon, ob zentrale Streitfragen – Spitzenpersonal, Programmschwerpunkte und Listenaufstellungen – in den kommenden Tagen geklärt werden.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).