Die Comuns haben am 12. Oktober 2026 den ERC-Abgeordneten Gabriel Rufián scharf angegriffen, nachdem Esquerra Republicana de Catalunya und Podemos eine Wahlvereinbarung für die Parlamentswahl am 29. November 2026 offiziell machten. In einer schriftlichen Stellungnahme warfen die Comuns Rufián vor, die Linke zu spalten, statt eine gemeinsame Liste zu fördern.
Nach übereinstimmenden Medienberichten sieht das Abkommen vor, dass Podemos die Kandidatur von Esquerra Republicana de Catalunya in Katalonien unterstützt. Rufián und Vertreterinnen von Podemos, darunter Irene Montero, wollen demnach im Wahlkampf gemeinsam auftreten. Diese Eckpunkte wurden am selben Tag öffentlich kommuniziert.
Die Comuns begründeten ihre Kritik damit, der bilaterale Schritt erschwere die Bemühungen um ein breiteres Linksbündnis, an dem neben den Comuns auch Izquierda Unida, Más Madrid und Sumar arbeiten. Aus ihrer Sicht verschiebt das Abkommen die Kräfteverhältnisse innerhalb des linken Spektrums zulasten einer einheitlichen Liste.
Rufián und Esquerra Republicana de Catalunya verteidigten die Vereinbarung hingegen als pragmatische Antwort auf eine fragmentierte politische Lage. Ziel sei es, bei der Wahl am 29. November 2026 ein stärkeres Ergebnis gegen rechtspopulistische und konservative Kräfte zu erzielen. Rufián rief zugleich dazu auf, Spekulationen und Leaks zu vermeiden und Gespräche zwischen den Formationen fortzusetzen.
Der Zeitplan erhöht den Druck auf alle Beteiligten: Die Frist zur Eintragung formaler Wahlbündnisse endet am 16. Oktober 2026. Bis dahin könnten Absprachen noch juristisch fixiert oder angepasst werden. Beobachter werten das Vorgehen von Esquerra Republicana de Catalunya und Podemos als taktische Vorfestlegung, die Verhandlungen über eine größere gemeinsame Liste erschwert, zugleich aber Versuche befeuert, letzte Brücken zwischen den Formationen nicht abbrechen zu lassen.
Faktisch steht fest, dass der Schritt von Podemos und Esquerra Republicana de Catalunya die Ausgangslage im linken Lager verändert. Welche direkten Effekte sich bei Listenaufstellungen, Ressourcenverteilung und Mobilisierung im Wahlkampf ergeben, ist offen. Sicher ist jedoch, dass die verbleibenden Tage bis zum 16. Oktober 2026 für Klarheit sorgen müssen: Entweder werden die getrennt verfolgten Ansätze bestätigt, oder es kommt in letzter Minute doch noch zu Annäherungen. Aussagen zu möglichen Wahlergebnissen bleiben Spekulationen; die Akteure verweisen jeweils auf die aus ihrer Sicht bessere Strategie zur Maximierung linker Mandate.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).