In Oviedo ist nach einem Angriff während der Fiestas de San Mateo der politische Streit eskaliert. Am 21. September 2026 bewertete der Sprecher der Sozialisten im Stadtrat, Carlos Fernández Llaneza (PSOE), die jüngsten öffentlichen Äußerungen des Bürgermeisters Alfredo Canteli als eines Stadtoberhaupts unwürdig. Canteli „verdiene es nicht, die Ovetenser zu vertreten“, sagte Llaneza und forderte vom Bürgermeister eine persönliche Entschuldigung bei den Betroffenen.
Hintergrund ist eine gewaltsame Attacke auf zwei Mitglieder von AMA Asturies in der Nacht zum 11. September 2026. Der Vorfall ereignete sich nach übereinstimmenden Berichten an einer Festcaseta nahe der Plaza de la Catedral, wo es im Umfeld des Abhängens einer antirassistischen und einer LGBTI-Flagge zu einer Auseinandersetzung kam. Nach Angaben der Policía Nacional wurden fünf Personen festgenommen, eine weitere identifiziert. Ermittler prüfen ein mögliches Hassverbrechen; entsprechende homophobe und rassistische Beschimpfungen seien nach Zeugenaussagen gefallen.
Llaneza warf der Stadtspitze vor, in den Tagen nach dem Angriff zu spät und unzureichend reagiert zu haben. Seine Kritik richtet sich ausdrücklich gegen Ton und Inhalt der Äußerungen Cantelis zu dem Vorfall. Welche rechtlichen Konsequenzen der Angriff haben wird, ist offen; die Ermittlungen der Policía Nacional dauern an. Aussagen zur strafrechtlichen Verantwortlichkeit der Beschuldigten sind derzeit nicht möglich.
Der Angriff löste in Oviedo mehrere Mahnwachen und Protestkundgebungen aus. Die betroffene Caseta meldete in den Tagen danach Vandalismusschäden. Zivilgesellschaftliche Gruppen und Teile der Opposition drängen darauf, den Schutz von Symbolen gegen Rassismus und für die Rechte von LGBTI bei städtischen Festen klarzustellen und einen verlässlichen Rahmen für die Sicherheit auf dem Festgelände zu schaffen. Unterstützer Cantelis wiederum kritisieren, die Darstellung der Ereignisse sei überzogen und politisch instrumentalisiert worden.
Politisch verschärft der Fall die ohnehin aufgeheizte Debatte über den Umgang mit politisch und ideologisch motivierter Gewalt in Asturien. Für die Stadtverwaltung steht die Frage im Raum, wie sie die Balance zwischen Festfreiheit, öffentlicher Ordnung und dem Schutz vor diskriminierender Gewalt künftig besser gewährleistet. Konkrete Beschlüsse dazu lagen am 21. September nicht vor. Unabhängig davon bleibt der Kern der Faktenlage: Zwei Menschen wurden bei San Mateo attackiert, die Ermittler gehen einem Verdacht auf ein Hassverbrechen nach, und fünf mutmaßlich Beteiligte wurden festgenommen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).