Asturien

Oviedo: Bürgermeister verharmlost Übergriff bei San-Mateo-Fest – Proteste folgen

Aussagen von Oviedos Bürgermeister Alfredo Canteli am Sonntag haben nach einem Übergriff auf zwei AMA-Aktivisten politische Empörung ausgelöst. Am Samstag demonstrierten in der Innenstadt mehrere Tausend Menschen.

Aussagen von Oviedos Bürgermeister Alfredo Canteli haben am Sonntag, 13. September, breite Kritik ausgelöst. Canteli sagte mit Blick auf die Täter eines Übergriffs auf zwei Mitglieder der Asamblea Moza de Asturies (AMA) während der San-Mateo-Feiern, er glaube nicht, „dass sie so schlechte Leute sind“, und verwies allgemein auf eine „phänomenale Jugend“ in Oviedo. Er erklärte zugleich, er wisse nicht, „was passiert ist“, kenne „nur einige der geschilderten Versionen“ und wisse nicht, „wer die Täter sind“. Linke Parteien forderten eine Richtigstellung.

Der Übergriff ereignete sich in der Nacht auf Donnerstag, 10. September, nahe der Plaza de la Catedral, als Helfer nach Veranstaltungsende Material zusammenräumten. Betroffen waren unter anderem der frühere Stadtrat Rubén Rosón und ein weiterer Aktivist. Beide wurden nach Medienberichten medizinisch versorgt. Einen Tag später, am Samstag, 12. September, füllten mehrere Tausend Menschen die Plaza de la Catedral zu einer Kundgebung gegen die Gewalt.

Die Empörung über Cantelis Worte speist sich aus zwei Punkten: Zum einen wird ihm eine Verharmlosung des Übergriffs vorgehalten. Zum anderen griff er eines der Opfer, Rubén Rosón, persönlich an, indem er auf einen Jahre zurückliegenden Bußbescheid wegen Alkoholkonsums im öffentlichen Raum anspielte. Vertreterinnen und Vertreter der linken Opposition sowie zivilgesellschaftliche Initiativen kritisierten dies als Ablenkung vom Tatgeschehen und als Versuch, ein Opfer zu diskreditieren.

An der Kundgebung nahmen auch Mitglieder des Stadtrats teil, darunter die für Feste zuständige Stadträtin Covadonga Díaz und der Sicherheitsdezernent José Ramón Prado, beide vom Partido Popular. Die Polizei führt die Ermittlungen; bis zum Redaktionsschluss lagen keine öffentlich bestätigten Angaben zu Festnahmen oder Anklagen vor.

Belegt sind Zeitpunkt und Ort des Übergriffs, die Identität eines der Betroffenen, der Umfang der Proteste sowie die wörtlich wiedergegebenen Aussagen des Bürgermeisters. Die Einordnung des Vorfalls als „faschistisch“ stammt aus Stellungnahmen von Parteien, Verbänden und Teilnehmenden der Kundgebung. Aus dem Rathaus gab es über die erwähnte Teilnahme einzelner Stadträte hinaus zunächst keine offizielle Klarstellung zu Cantelis Äußerungen.

Der Vorgang berührt unterschiedliche Interessen: Während die Opposition Aufklärung und eine Distanzierung des Bürgermeisters verlangt, verweist Canteli auf ausstehende Ermittlungsergebnisse. Politisch dürfte der Druck auf das Rathaus anhalten, bis Polizei und Justiz die Tatbeteiligten identifiziert und die Umstände des Angriffs präzisiert haben.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk