Die jüngste Schwerpunktkontrolle der Dirección General de Tráfico zu Ablenkungen am Steuer hat in Kastilien und León 680 Anzeigen ergeben. Zwischen dem 5. und 11. Oktober überprüften Einheiten der Agrupación de Tráfico der Guardia Civil in der Region 27.056 Fahrzeuge. 229 Anzeigen – rund 34 Prozent – gingen auf den verbotenen Gebrauch des Mobiltelefons während der Fahrt zurück. Die Zahlen stammen aus der regionalen Auswertung der Kampagnenwoche.
Nach diesen Angaben war das Telefon am Steuer die häufigste einzelne Ursache für Anzeigen. Dahinter folgten Ablenkungen wie die Nutzung von Kopfhörern oder das Hantieren mit dem Sicherheitsgurt während der Fahrt. Parallel veröffentlichte die Dirección General de Tráfico ihre landesweite Bilanz der Aktion: Spanienweit wurden in derselben Woche 422.927 Fahrzeuge kontrolliert und 9.245 Verstöße wegen Ablenkung registriert, davon 3.816 (42,3 Prozent) wegen verbotener Handynutzung. Der regionale Befund in Kastilien und León liegt damit im bundesweiten Trend, wenn auch auf niedrigerem absoluten Niveau.
Die Guardia Civil berichtet, dass im Rahmen der Kontrollen auch Verhaltensweisen festgestellt wurden, die das Unfallrisiko erhöhen, ohne stets zu einer Anzeige zu führen: Lesen während der Fahrt, das Suchen nach Gegenständen im Fahrzeug oder ablenkende Interaktionen mit Mitfahrenden. Zudem fielen bei einzelnen Anhaltungen weitere Verkehrsverstöße auf, darunter Alkoholisierung oder Drogeneinfluss.
Rechtlich gilt: Wer das Telefon in der Hand hält, riskiert in Spanien neben einem Bußgeld den Abzug von sechs Punkten im spanischen Fahrerlaubnissystem. Die Dirección General de Tráfico verweist in ihrer Mitteilung darauf, dass bereits Sekundenbruchteile der Unaufmerksamkeit die Reaktionszeit verlängern und den Anhalteweg deutlich vergrößern können.
Die Ergebnisse der Kampagne sind als Momentaufnahme zu verstehen. In der Kampagnenwoche kamen stationäre und mobile Kontrollen sowie technische Hilfsmittel zum Einsatz. Aussagen zu einer längerfristigen Entwicklung erfordern den Abgleich mit Jahresstatistiken und mit weiteren Schwerpunktwochen. Die landesweite Bilanz der Dirección General de Tráfico liefert hierfür den Referenzrahmen, an dem sich regionale Auswertungen – wie die für Kastilien und León – messen lassen. Für die Behörden steht nach eigenen Angaben die Prävention im Vordergrund: Die sichtbare Präsenz der Guardia Civil soll abschrecken, wiederholte Schwerpunktwochen sollen das Verhalten nachhaltig verändern.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).