Die Guardia Civil hat am 5. November 2026 im Rahmen des Falles Koldo sechs Personen festgenommen und mehrere Durchsuchungen vorgenommen. Nach übereinstimmenden Angaben aus Justizkreisen handelt es sich um Maßnahmen einer neuen, von Richter Ismael Moreno an der Audiencia Nacional angeordneten und derzeit unter Geheimhaltung geführten pieza separada. Ermittler der Unidad Central Operativa durchsuchten dabei unter anderem die Wohnung des früheren Verkehrsministers José Luis Ábalos und forderten Unterlagen bei der staatlichen Bahninfrastrukturgesellschaft Adif an.
Nach Berichten mehrerer Nachrichtenagenturen stehen die Eingriffe im Zusammenhang mit mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe öffentlicher Aufträge und möglichen Bestechungszahlungen. Aus Ermittlerkreisen verlautete, dass die Aktionen in mehreren Provinzen stattfanden, darunter Madrid, Córdoba, Valencia und Sevilla. Die Antikorruptionsstaatsanwaltschaft war eingebunden. Konkrete Vorwürfe gegen die einzelnen Festgenommenen sind wegen der richterlich verfügten Geheimhaltung bislang nicht öffentlich aktenkundig.
Zu den Ingewahrsamgenommenen zählen nach übereinstimmenden Medienangaben der Unternehmer Cristian Corvillo sowie Andrea de la Torre. Europa Press berichtet zudem, dass unter den Festgenommenen der frühere Fahrer von Ministerpräsident Pedro Sánchez sei. Offizielle Bestätigungen zu Identitäten oder Haftgründen lagen aus dem Justizumfeld zunächst nicht in vollem Umfang vor. Die Ermittlungsbehörden prüfen nun das weitere Vorgehen vor dem zuständigen Richter der Audiencia Nacional.
Der Fall Koldo umfasst seit 2024 mehrere Teilverfahren zu mutmaßlicher Korruption im Umfeld öffentlicher Vergaben. Der neue Ermittlungsstrang richtet sich den Angaben zufolge gegen Personen aus dem Umfeld von José Luis Ábalos und weitere Beteiligte. Die Beweislage und der genaue Umfang der Vorwürfe dieser pieza separada sind derzeit nicht öffentlich, weshalb belastbare Details zu den einzelnen Beschuldigten noch ausstehen.
Tatsachen sind die Festnahmen, die richterliche Anordnung der Maßnahmen, die Durchsuchung der Wohnung von Ábalos sowie die Anforderung von Informationen bei Adif. Zuschreibungen aus Ermittler- und Justizkreisen betreffen den mutmaßlichen Bezug zu Vergaben und Bestechung sowie die Identität einzelner Festgenommener. Prognosen über Anklagen oder Prozessverläufe liegen nicht vor. Weitere Entscheidungen der Audiencia Nacional werden für die kommenden Tage erwartet.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).