Aragón

Graus setzt Tardeo parallel zur Mojiganga an – Kommission erwägt Absage

In Graus kollidieren am 13. September die Zeiten für ein Tardeo und die Mojiganga. Die Kommission der Tradition prüft eine Absage und will die Entscheidung am 6. September mitteilen.

In Graus (Provinz Huesca) droht die Mojiganga am Sonntag, 13. September 2026, wegen einer Terminkollision mit einem städtisch organisierten Musikformat auszufallen. Der vom Partido Popular geführte Gemeinderat hat für 20.00 Uhr am Parkplatz des Espacio Pirineos eine Fiesta Tardeo Remember mit den DJs Isma Nordic und Skudero angesetzt. Für 21.30 Uhr ist der Umzug der Mojiganga von der Glorieta de Joaquín Costa zur Plaza Mayor vorgesehen. Die Kommission der Mojiganga sieht darin eine Überschneidung, die Publikum und Mitwirkende zugleich betrifft, und erwägt die Absage der Aufführung. Ihre Entscheidung will sie dem Bürgermeister am Sonntag, 6. September, mitteilen.

Die Mojiganga ist ein satirisches Theaterspiel mit Umzug und anschließender Darstellung auf der Plaza Mayor. Ihre Ursprünge reichen ins 17. Jahrhundert zurück. In Aragonien ist sie als Bien Catalogado Inmaterial geschützt und gilt als prägendes Element der Fiestas del Santo Cristo y San Vicente Ferrer, die in diesem Jahr vom 12. bis 15. September stattfinden. Rund 60 Ehrenamtliche bereiten die Texte, Kostüme und Choreografien vor; die Aufführung zieht traditionell auch auswärtige Besucher an.

Nach Angaben aus der Kommission zeugt die Parallelplanung von Missachtung der Arbeit der Ehrenamtlichen und setze öffentliche Mittel zugunsten einer konkurrierenden Veranstaltung ein. Aus dem Rathaus ist den veröffentlichten Programmen zufolge der Wille ablesbar, das Angebot für ein jüngeres Publikum zu erweitern. Eine offizielle Mitteilung über eine Verlegung oder Anpassung der DJ-Veranstaltung lag bis zum Redaktionsschluss nicht vor. Die angesetzten Zeiten für Tardeo und Mojiganga sind in den kommunalen Programmen dokumentiert.

Die Auseinandersetzung berührt die Frage, wie Kommunen zwischen neuen Formaten und dem Schutz immateriellen Kulturerbes abwägen. Formell liegt die Letztentscheidung über Ablauf und Teilnahme der Mojiganga bei der Kommission, doch sind Infrastruktur, Zeitfenster und Sicherheitsdispositive der Stadt zentral. Da die Mojiganga als geschütztes Kulturgut geführt wird, könnte eine anhaltende Kollision der Planungen zu einem Konflikt über Ressourcen und Prioritäten führen. Zugleich bleibt offen, ob die Stadt kurzfristig disponiert, um die Überschneidung zu reduzieren.

Bis zur angekündigten Entscheidung am 6. September ist der Vorgang im Kern ein Terminkonflikt mit möglichen kulturpolitischen Folgen. Fest steht: Sollten beide Veranstaltungen in zeitlicher Nähe bleiben, ist mit einer Aufsplitterung des Publikums zu rechnen. Eine Absage der Mojiganga würde den Höhepunkt der Patronatsfeste erkennbar schwächen und wäre ein Einschnitt für das kulturelle Selbstverständnis von Graus.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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