Die LGTBIQ+-Gruppe Rejas Rosas im Gefängnis Soto del Real (Madrid V) hat am 20. August 2026 ein Pride-Manifest veröffentlicht. Der Text erschien als Beitrag bei 20minutos und richtet den Blick auf die Lage von LGTBIQ+-Personen im Strafvollzug sowie auf historische und aktuelle Rahmenbedingungen ihrer Rechte in Spanien.
Rejas Rosas ist ein von der Fundación 26 de Diciembre initiiertes Unterstützungs- und Begleitprojekt für inhaftierte LGTBIQ+-Personen. Es entstand aus Bedarfen, die laut Darstellung des Projekts von Sozialarbeiterinnen des Centro Penitenciario Soto del Real identifiziert wurden. Ziel ist, in Haftkontexten sichere Gruppen zu schaffen, psychosoziale Begleitung anzubieten und Zugang zu fachlicher Beratung zu erleichtern. Nach Angaben des Projekts werden entsprechende Gruppen derzeit in Soto del Real und in Teixeiro (A Coruña) koordiniert.
Im Manifest wird der 26. Dezember 1978 als Wendepunkt benannt: An diesem Datum wurde die Ley de Peligrosidad y Rehabilitación Social so geändert, dass homosexuelle Handlungen in Spanien nicht mehr strafrechtlich verfolgt wurden. Zugleich kritisiert der Text fortbestehende Stigmatisierung und benennt Belastungen, denen LGTBIQ+-Personen in Haft ausgesetzt sein können. Die Zuschreibungen und Bewertungen stammen aus dem Manifest der Gruppe; eine unabhängige Wirkungsevaluation liegt nicht vor.
Die Veröffentlichung macht eine institutionelle Schnittstelle sichtbar, an der Strafvollzug, soziale Arbeit und Minderheitenrechte zusammenlaufen. Dass ein Gefängnis wie Madrid V eine interne, von Fachkräften begleitete Diversitätsgruppe etabliert hat, verweist auf gewachsene Sensibilität für Schutzbedarfe vulnerabler Gruppen. Zugleich unterstreicht das Manifest, dass Prävention gegen Diskriminierung, niedrigschwellige psychologische Unterstützung und verlässliche Bezugspersonen im Haftalltag zentrale Faktoren für Sicherheit und Resozialisierung sind.
Offizielle Ankündigungen zu unmittelbaren Änderungen von Vollzugspraktiken infolge der Veröffentlichung liegen derzeit nicht vor. Auch bleibt offen, welche Folgemaßnahmen in Soto del Real oder in anderen Anstalten auf die Debatte folgen. Faktisch dokumentiert das Manifest jedoch die koordinierte Selbstorganisation von Betroffenen im Strafvollzug und verstärkt die öffentliche Aufmerksamkeit für deren Situation. Der aktuelle Anlass ist die Publikation des Textes bei 20minutos; Hintergrunddarstellungen zur Entwicklung von Rejas Rosas und zur historischen Rechtslage werden im Manifest selbst benannt und dienen der Einordnung.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).