Zum Europäischen Tag der Sprachen hat der Sprachsekretär der Xunta de Galicia, Valentín García, in Santiago de Compostela den Beitrag des Galicischen zur kulturellen Vielfalt Europas hervorgehoben. Die Regionalregierung setze dafür auf eine stärkere internationale Präsenz durch Lektorate und Stipendienprogramme, sagte García. Die Angaben beruhen auf der aktuellen Mitteilung der Xunta de Galicia.
Nach Regierungsangaben wird Galicisch derzeit an etwa 40 Universitäten gelehrt, davon acht in Spanien. Rund 500 Studierende sind demnach an spanischen Standorten eingeschrieben, darunter Barcelona, Madrid, Vitoria, Salamanca, Alicante und Granada sowie an der Universität von Extremadura. Zusätzlich sind etwa 1.000 Studierende an Lektoraten von 21 akademischen Einrichtungen in Europa eingeschrieben. Genannt werden unter anderem Deutschland, Österreich, Kroatien, Finnland, Frankreich, Ungarn, Italien, Irland, Polen, Portugal und das Vereinigte Königreich. Ergänzend verweist die Xunta auf acht Lektorate in Amerika sowie jüngst eingerichtete Lehrangebote an Hochschulen in Indien und Mosambik.
Die Regierung ordnet diese Maßnahmen als Teil eines erneuerten Maßnahmenpakets im Plan xeral de Normalización da Lingua Galega ein. Im Frühling waren entsprechende Förderlinien und Auswahlverfahren für Lektorate und Ausbildungsstipendien aktualisiert und im Amtsblatt veröffentlicht worden. Dazu gehören laut Xunta langfristige Kooperationsvereinbarungen mit Universitäten, finanzielle Unterstützung für Lehr- und Kulturprojekte sowie Reisestipendien.
Die Darstellung der Xunta zielt auf eine größere Sichtbarkeit des Galicischen außerhalb Spaniens und auf belastbare akademische Partnerschaften. Befürworter sehen darin einen Hebel, um kulturelle Präsenz, Forschung und Austauschprogramme zu stärken. Kritische Stimmen der Sprachpolitik halten dem immer wieder entgegen, dass die Wirksamkeit internationaler Maßnahmen an Investitionen in die alltägliche Nutzung innerhalb Galiciens gemessen werden müsse. Ein unabhängiger Abgleich der heute genannten Zahlen war kurzfristig nicht möglich; sie gehen auf die Regierungsangaben zurück.
Der Europäische Tag der Sprachen wird seit 2001 begangen, um Mehrsprachigkeit und das Erlernen von Sprachen zu fördern. In Galicien verbindet die Regionalregierung das Datum regelmäßig mit Programmen, die über die Lektorate hinaus reichen: Lesungen, Workshops und Kooperationen mit Kulturinstitutionen sollen die Sichtbarkeit des Galicischen in der Hochschullehre und im öffentlichen Raum erhöhen. Für das laufende akademische Jahr kündigte die Xunta de Galicia an, bewährte Partnerschaften fortzuführen und neue Standorte zu prüfen. Konkrete Erweiterungen nannte García nicht, verwies aber auf laufende Gespräche mit europäischen Universitäten.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).