Alberto Núñez Feijóo hat der spanischen Regierung vorgeworfen, den Tod der als „Maricarmen“ bekannt gewordenen Frau politisch zu instrumentalisieren. Vor der Junta Directiva Nacional des Partido Popular in Madrid warnte der PP-Vorsitzende am 8. Oktober 2026 vor einer „emotionalen Manipulation“ der Bürgerinnen und Bürger und forderte seine Partei zu Geschlossenheit im Vorfeld der Wahl am 29. November 2026 auf.
Feijóo knüpfte seine Kritik an die seit Tagen anhaltende Debatte über Zwangsräumungen. Der Todesfall von „Maricarmen“ war zuvor landesweit zum Symbol in der Auseinandersetzung über Wohnungsnot und politische Verantwortlichkeiten geworden. Der PP-Chef sprach den Namen der Verstorbenen in seiner Rede nicht durchgehend aus, bezog sich aber wiederholt auf die öffentliche Kontroverse und wandte sich gegen aus seiner Sicht kampagnenpolitische Inszenierungen. Zugleich verband er die Vorwürfe mit inhaltlicher Kritik an der Wohnungs- und Räumungspolitik der Regierung.
Mehrere spanische Medien sowie der PP bestätigten Zeitpunkt und Inhalt der Rede. Demnach zielte Feijóos Botschaft auf zwei Linien: Zum einen die Abwehr einer von ihm behaupteten Instrumentalisierung des Falls durch Gegnerinnen und Gegner; zum anderen der Appell, intern diszipliniert und geschlossen in den Wahlkampf zu gehen. Die parteiinterne Veranstaltung fand in der Zentrale der Partei in der Calle Génova in Madrid statt.
Vertreterinnen und Vertreter aus dem linken Spektrum hatten den Vorfall in den vergangenen Tagen als politisches Versagen der Exekutive gewertet. Feijóos Replik verschärft die Polarisierung im laufenden Wahlkampf und dürfte die mediale Auseinandersetzung über Zwangsräumungen weiter befeuern. Dabei bleiben rechtliche Bewertungen des Todesfalls und mögliche Verantwortlichkeiten Aufgabe der zuständigen Behörden; öffentliche Stellungnahmen und Ermittlungen sind im Gange.
Mit Blick auf den 29. November 2026 positioniert sich der Partido Popular damit deutlich gegenüber der Regierungskoalition. Ob die Auseinandersetzung über den Fall „Maricarmen“ die Agenda des Wahlkampfs nachhaltig prägen wird, ist offen. Klar ist, dass Feijóo den Konflikt nutzt, um Loyalität in den eigenen Reihen einzufordern und die Themen Wohnen und soziale Härten stärker in den Mittelpunkt zu rücken, während er zugleich vor emotional aufgeladenen Zuspitzungen warnt.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).