Alberto Núñez Feijóo hat am 23. August erklärt, die Comunidad de Madrid müsse begründen, warum über die landeseigene Gesellschaft Planifica Madrid ein Penthouse in Chamberí erworben wurde, das nicht als Büro genutzt werden könne. Der Vorsitzende des Partido Popular sagte, er wisse seit April, dass die Regionalregierung unter Isabel Díaz Ayuso einen Ort für einen „temporären Umzug“ des Präsidialbüros während der Arbeiten an der Real Casa de Correos an der Puerta del Sol gesucht habe. Zugleich verwies er darauf, das Objekt sei inzwischen wieder zum Verkauf gestellt worden, um Mittel für die Bewältigung von Waldbränden in der Region zu erzielen – eine Begründung, die er der Regionalverwaltung zuschrieb.
Auslöser der Affäre waren Medienberichte Ende Juli 2026 über den Kauf eines Luxus-Penthouses in Chamberí durch Planifica Madrid. Nach Darstellung der Region sollte es als vorübergehender Amtssitz dienen, solange die Real Casa de Correos renoviert wird. Kritik entzündete sich an Größe, Zuschnitt und vor allem an der rechtlichen Einstufung der Immobilie, die eine Umwidmung in Büroräume erschweren oder ausschließen soll. Anfang August kündigte die Regierung der Comunidad de Madrid den Verkauf an; genannt wurde ein Ausrufpreis von 6,7 Millionen Euro.
Oppositionsparteien fordern seitdem Einsicht in die vollständigen Akten: verlangt werden die Bewertungsgutachten, die rechtliche Prüfung zur Nutzbarkeit, die Finanzierungsunterlagen sowie der genaue Ablauf des Erwerbs über Planifica Madrid. Die Staatsanwaltschaft hat mehrere Anzeigen in Zusammenhang mit dem Vorgang an ein Gericht weitergeleitet; eine justizielle Prüfung ist damit anhängig. Feststellungen über mögliche Pflichtverletzungen liegen bislang nicht vor.
Die Regionalregierung weist den Vorwurf mangelnder Transparenz zurück. Sie verweist darauf, die Gründe für den Kauf und die spätere Verkaufsentscheidung seien erläutert worden. Zudem betonen Vertreter der Verwaltung, es sei notwendig gewesen, vorübergehende Arbeitsräume während der Bauarbeiten in der Real Casa de Correos zu sichern. Die von Regierungsseite genannte Absicht, Verkaufserlöse zur Bewältigung der Schäden durch Brände – unter anderem in der Sierra Oeste – zu verwenden, wird von der Opposition als unzureichend belegt kritisiert.
Zehn Monate vor den Regionalwahlen rückt der Fall die Vergabepraxis öffentlicher Immobilienprojekte und das Zusammenspiel von politischer Kommunikation und Verwaltung in Madrid in den Fokus. Für die weitere Klärung sind die Veröffentlichung der vollständigen Beschaffungsunterlagen durch Planifica Madrid, belastbare Gutachten zur Nutzbarkeit der Immobilie und das Ergebnis der staatsanwaltschaftlichen und gerichtlichen Prüfungen entscheidend. Die jüngsten Aussagen von Alberto Núñez Feijóo erhöhen den Druck auf die Comunidad de Madrid, die Entscheidungswege transparent zu dokumentieren.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).