Am 29. Oktober 2026 führten in Vic (Katalonien) im Netz verbreitete Falschaufrufe mit der Ästhetik der Bewegung Blocus dazu, dass zahlreiche Geschäftsinhaber ihre Läden vorsorglich schlossen. Parallel fand am Vormittag eine angemeldete Demonstration von Studierenden der Força Antifeixista Catalana (FAC) statt, die eine bessere Bildung, bezahlbares Wohnen und faire Arbeit für junge Menschen forderte. Die Organisatoren und Teilnehmenden distanzierten sich laut lokalen Berichten ausdrücklich von den kursierenden Aufrufen zu Gewalt und „saqueos“.
Die Mossos d'Esquadra reagierten mit einem sichtbaren, präventiven Einsatz. Zufahrten wurden kontrolliert, Streifen im Stadtzentrum verstärkt und die Versammlung zeitweise kontrolliert umschlossen. Nach Polizeiangaben verlief die Demonstration ohne Zwischenfälle. Dokumentierte Plünderungen in Vic an diesem Tag sind in den geprüften Medien- und Polizeiberichten nicht belegt. Laut örtlichen Medien senkten viele Geschäfte aus Vorsicht die Rollläden oder schlossen früher, nachdem in Chatgruppen und auf neu angelegten Kanälen „convocatoria fantasma“ – Scheinaufrufe – die Runde gemacht hatten.
Die Universität Vic – Universitat Central de Catalunya (UVic) bestätigte die friedliche Ausrichtung der Studierendenkundgebung; einzelne Sprecherinnen und Sprecher betonten, dass die Falschaufrufe nicht aus ihrem Umfeld stammten. Schätzungen von Lokalmedien zufolge beteiligten sich rund einhundert Studierende am Zug durch die Innenstadt.
Im weiteren Umfeld berichteten regionale Medien in den Tagen zuvor über ähnliche digitale Mobilisierungen im Namen von Blocus in Gemeinden rund um Barcelona. In Barcelona selbst kontrollierte die Polizei jüngst zahlreiche Personen nach einschlägigen Online-Aufrufen, um mögliche Ausschreitungen zu verhindern. Der Faktencheck-Dienst EFE Verifica dokumentierte ein Geflecht kurzlebiger Profile und Kanäle, die mit einheitlicher Bildsprache zu Vandalismus anstachelten und Angst schürten; mehrere dieser Profile wurden zwischenzeitlich gesperrt.
Der Vorfall in Vic zeigt, wie wirkungsmächtig digitale Scheinaufrufe den Alltag in kleineren Städten treffen können, auch ohne reale Ausschreitungen. Behörden kündigten an, die Herkunft der Kanäle zu prüfen und rechtliche Schritte gegen Urheber etwaiger Gewaltaufrufe zu bewerten. Für den Handel in Vic bedeutete der Tag dennoch Ausfälle: Der Betrieb blieb eingeschränkt, bis sich am Nachmittag abzeichnete, dass die Lage unter Kontrolle war und die Demonstration beendet wurde.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).