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Europäische Staatsanwaltschaft ermittelt zu Europäische Union-Mitteln bei Adif auf der Linie Madrid–Sevilla

Die Europäische Staatsanwaltschaft hat am 6. November 2026 Ermittlungsmaßnahmen bei Adif, der spanischen Eisenbahnaufsicht und dem Rechnungshof veranlasst. Es geht um mögliche Unregelmäßigkeiten bei EU-Mitteln für Sicherheits-, Signal- und Kommunikationsarbeiten auf der Strecke Madrid–Sevilla…

Die Europäische Staatsanwaltschaft (Fiscalía Europea/EPPO) hat am 6. November 2026 eine Untersuchung zu möglichen Unregelmäßigkeiten bei EU-Mitteln für Arbeiten an der Linie Madrid–Sevilla eingeleitet. Nach EPPO-Angaben führt die Madrider Dienststelle Ermittlungsmaßnahmen in den Räumen des Administrador de Infraestructuras Ferroviarias (Adif), der Agencia Estatal de Seguridad Ferroviaria und des Tribunal de Cuentas durch. Unterstützt wird sie von der Unidad Central Operativa der Guardia Civil. Die Maßnahmen richten sich auf Zahlungen, die für die Erneuerung und Modernisierung von Sicherheits-, Signal- und Kommunikationssystemen bestimmt waren.

Der Anlass ist ein aktuelles ex officio eröffnetes Verfahren der EPPO. Die Behörde veröffentlichte keine Angaben zu Verdächtigen, beteiligten Unternehmen oder konkreten Beträgen. Spanische Medien berichten, angefordert seien vor allem Verträge und Vergabeakten. Diese Angaben sind der EPPO zufolge nicht näher bestätigt. Die Untersuchung steht im Zusammenhang mit der Strecke, auf der sich am 28. Oktober 2026 nahe Urda in der Provinz Toledo ein tödliches Zugunglück ereignete. Parallel laufen in Spanien straf- und verwaltungsrechtliche Verfahren zu den technischen Ursachen und möglichen Verantwortlichkeiten dieses Unglücks.

Nach EPPO-Darstellung handelt es sich um eine zweite, getrennte Untersuchung zu EU-mitfinanzierten Maßnahmen auf derselben Verbindung. Bereits im März 2026 war eine Voruntersuchung im Zusammenhang mit einem Unfall bei Adamuz eröffnet worden. Die nun geprüften Zahlungen betreffen Programme der Europäischen Union zur Infrastrukturmodernisierung. Aus Sicht von Ermittlern kann sich die Prüfung, sollte sich ein Betrugsverdacht erhärten, in Rückforderungen durch Förderstellen, verwaltungsrechtliche Sanktionen und strafrechtliche Verfahren niederschlagen. Eine Bewertung der Erfolgsaussichten nahm die EPPO nicht vor.

Adif ist als staatlicher Infrastrukturanbieter für Planung, Ausbau und Erhalt des Schienennetzes verantwortlich; die Agencia Estatal de Seguridad Ferroviaria überwacht die Eisenbahnsicherheit; das Tribunal de Cuentas prüft die ordnungsgemäße und wirtschaftliche Verwendung öffentlicher Mittel. Die Unidad Central Operativa der Guardia Civil ist auf komplexe Wirtschafts- und Korruptionsdelikte spezialisiert und unterstützt regelmäßig Justizbehörden bei der Beweissicherung.

Die EPPO betont, dass bis auf Weiteres keine weiteren Details veröffentlicht werden. Insbesondere zu Umfang und genauer Verwendungsart der betroffenen EU-Finanzierungen, etwa aus NextGenerationEU oder dem Fonds für regionale Entwicklung (FEDER), macht die Behörde derzeit keine konkreten Angaben. Zuschreibungen zu Summen oder einzelnen Auftragnehmern bleiben daher vorläufige Medienberichte und sind als solche gekennzeichnet.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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