Kastilien und León

Eltern in Palencia fordern Kommunikationsmittler für ihren Sohn trotz Gerichtsurteils

In Palencia haben Eltern vor der Bildungsbehörde demonstriert, weil ihr Sohn trotz eines rechtskräftigen Urteils des Oberlandesgerichts von Kastilien und León keinen „mediador comunicativo“ im Unterricht erhält.

Vor der Dirección Provincial de Educación in Palencia haben Eltern am 14. September protestiert, weil ihr Sohn trotz eines rechtskräftigen Urteils weiterhin keinen „mediador comunicativo“ im Unterricht hat. Das Tribunal Superior de Justicia de Castilla y León hatte mit der Sentencia 90/2026 den Anspruch des Kindes auf diese spezialisierte Unterstützung im schulischen Umfeld bestätigt; das Urteil wurde am 17. April rechtskräftig.

Nach Darstellung der Familie besucht der Junge das Colegio de Educación Especial Carrechiquilla in Palencia und nutzt aufgrund einer seltenen Erkrankung vor allem die Lengua de Signos Española zur Kommunikation. Die Eltern betonen, der geforderte „mediador comunicativo“ sei für den barrierefreien Zugang zum Unterricht notwendig und im Urteil ausdrücklich genannt. Stattdessen habe die Bildungsverwaltung für das laufende Schuljahr zehn Wochenstunden einer Lehrkraft des Bereichs Audición y Lenguaje zugewiesen. Diese Qualifikation entspreche, so die Eltern, nicht dem im Urteil angeordneten Profil und lasse zentrale Kommunikationsbarrieren bestehen.

Die Entscheidung des Tribunal Superior de Justicia de Castilla y León ordnet nach Angaben der Familie an, dass der Schulträger eine Fachkraft mit der Qualifikation in Mediación Comunicativa bereitstellt. In Spanien ist dieses Berufsprofil für die Unterstützung von Menschen mit gravierenden Kommunikationsbeeinträchtigungen etabliert, insbesondere in schulischen und sozialen Kontexten. Die Eltern verweisen darauf, dass die Zuweisung einer Lehrkraft für Audición y Lenguaje ein anderes Aufgaben- und Qualifikationsprofil abdecke als die Vermittlung und Sicherung von Kommunikation im Sinne der Mediación Comunicativa.

Die Familie verlangt, dass der „mediador comunicativo“ in vollem Umfang während der Unterrichtszeit zur Verfügung steht. Sie sieht das Recht des Kindes auf inklusive und barrierefreie Bildung ohne weitere Verzögerung umzusetzen. Zur Reaktion der Bildungsverwaltung in Palencia lagen am Tag der Kundgebung aus den Berichten der Regionalmedien keine neuen Zusagen für eine kurzfristige Umsetzung vor.

Der Fall unterstreicht einen wiederkehrenden Konflikt in Castilla y León zwischen rechtskräftigen Entscheidungen zugunsten individueller Unterstützungsbedarfe und der praktischen Personalausstattung in den Schulen. Ob die Behörde nun eine Fachkraft mit der geforderten Qualifikation befristet oder dauerhaft zuweist, entscheidet sich an der Schnittstelle von Personalverfügbarkeit, Verwaltungsverfahren und der Bindungswirkung des Urteils. Klar ist: Die gerichtliche Anerkennung des Anspruchs ist ergangen; strittig bleibt die konkrete und zeitnahe Umsetzung im Schulalltag.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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