Eine in Córdoba entstandene Initiative will den praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Medizin voranbringen: PlaySalud, gegründet von dem Chirurgen César Díaz López, startet nach Angaben von elDiario.es am 30. September 2026 einen Fortbildungskurs für Gesundheitsberufe und baut zugleich patientennahe Informationsformate aus. Der aktuelle Anlass ist der Kursauftakt; das Projekt arbeitet nach eigener Darstellung unabhängig vom Hospital Universitario Reina Sofía in Córdoba, an dem Díaz López tätig ist.
PlaySalud verfolgt zwei Linien. Unter dem Namen PlayAcademy richtet sich ein Grundlagenkurs mit dem Titel „Entender la inteligencia artificial en salud desde cero“ vor allem an Ärztinnen, Pflegekräfte und andere Gesundheitsberufe. Der Onlinekurs läuft bis Ende Dezember 2026, ist modular aufgebaut und soll die Teilnehmenden in die Lage versetzen, Anwendungen der Künstlichen Intelligenz in Klinik und Praxis einzuordnen, zu prüfen und verantwortungsvoll zu nutzen. Parallel entwickelt PlayCare audiovisuelle Inhalte für Patientinnen, Patienten und pflegende Angehörige, um Diagnosen, Eingriffe und Behandlungsabläufe verständlicher zu machen.
Nach Angaben von elDiario.es wird der Kurs von mehreren wissenschaftlichen Fachgesellschaften unterstützt, darunter die Asociación Española de Coloproctología. Deren Präsident Antonio Arroyo betont dem Bericht zufolge, dass KI-Werkzeuge nur unter klaren Qualitätskriterien und fachlicher Aufsicht eingeführt werden sollten. Damit knüpft PlaySalud an eine breite Debatte in Spanien an, in der Chancen wie effizientere Dokumentation und bessere Versorgungskoordination den Risiken durch Fehlentscheidungen, Datenschutzlücken und mangelnde Nachvollziehbarkeit gegenüberstehen.
Die Initiatoren positionieren das Angebot ausdrücklich als Brücke zwischen technischer Innovation und klinischer Realität. Für das Gesundheitspersonal in Andalucía und darüber hinaus soll die Schulung eine gemeinsame Sprache für die Bewertung von Algorithmen schaffen – von Trainingsdaten und Bias über Validierungsstudien bis hin zu Haftungsfragen im Alltag. Für die Patientenseite verspricht PlayCare, medizinische Informationen strukturiert und barrierearm aufzubereiten, um Aufklärungsgespräche zu ergänzen und die Selbstwirksamkeit in Behandlungsphasen zu stärken.
Offen bleiben vorerst praktische Details, die für die Einordnung wichtig sind: Welche Fachgesellschaften die Fortbildung im Einzelnen anerkennen, welche Datenschutz- und Sicherheitsstandards für die Nutzung von KI-Tools in Lernumgebungen gelten und ob formale Kooperationen mit öffentlichen oder privaten Gesundheitseinrichtungen bestehen. Hierzu liegen über die Darstellung von PlaySalud und den Bericht von elDiario.es hinaus noch keine umfassenden Angaben vor. Klar ist: Der Start des Kurses markiert einen konkreten Test, ob ein kuratiertes Lernangebot und verständliche Patienteninformation helfen können, Erwartungen an KI mit der klinischen Evidenz zu versöhnen.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).