Andalusien hat in Granada den IV. Kongress zur Künstlichen Intelligenz eröffnet. Bei der Veranstaltung am 27. Oktober 2026 präzisierte der Präsident der Junta de Andalucía, Juanma Moreno, die Schwerpunkte der regionalen Digitalpolitik. Er stellte ein groß angelegtes Qualifizierungsprogramm in Aussicht und kündigte eine gebündelte Zuständigkeit für Künstliche Intelligenz in der Landesverwaltung an.
Kernpunkt ist laut Moreno ein Weiterbildungsangebot, mit dem bis zu 500.000 Menschen in digitalen und KI-Grundkompetenzen geschult werden sollen. Zugleich nennt die Regierung das Ziel, dass 80 Prozent der erwachsenen Bevölkerung über grundlegende digitale Fähigkeiten verfügen. Die Angaben basieren auf offiziellen Mitteilungen der Junta de Andalucía zum Kongress. Konkrete Zeitpläne oder Budgetzahlen wurden in den Reden nicht beziffert.
Für die Verwaltung kündigte die Junta die schrittweise Automatisierung und Neuordnung der 25 am häufigsten nachgefragten Verfahren an. Dabei sollen dialogfähige KI-Agenten Bürgerinnen und Bürger beim Ausfüllen von Anträgen unterstützen. Als erster Testfall ist für November 2026 ein Assistent zur Erneuerung des Familiennachweises für kinderreiche Familien angekündigt. Die Regierung betonte, dass Anwendungen stets mit menschlicher Aufsicht, Transparenz und klaren Ethikvorgaben eingeführt würden.
Nach Angaben der Veranstalter versammelte der IV. Kongress zur Künstlichen Intelligenz in Andalusien rund 6.000 Teilnehmende. Präsentiert wurden regionale Projekte wie das Centro de Inteligencia Artificial de Andalucía (ANIA) und Vorhaben auf europäischer Ebene. Dazu zählte die erste Generalversammlung des Konsortiums EUNOMIA.AI, das den Einsatz generativer KI in öffentlichen Verwaltungen koordiniert. Gezeigt wurden unter anderem ein digitaler Zwilling der Alhambra für die Denkmalpflege, qualitätsorientierte Verwaltungsprozesse und derzeit rund 75 Pilotfälle in praktischer Erprobung.
Vertreterinnen und Vertreter aus Regierung, Wissenschaft und Kommunen warben für berufliche Weiterbildung, um Beschäftigungseffekte zu begleiten und digitale Spaltung zu vermeiden. Die Junta stellte in Aussicht, die Einführung von KI ressortübergreifend zu koordinieren. In den Ankündigungen wurde diese Aufgabe der Consejería de Inteligencia Artificial, Desarrollo Digital y Administración Pública zugeordnet. Ob und in welchem Umfang diese Struktur bereits voll arbeitsfähig ist, blieb in den Reden offen.
Der Kongress lief vom 26. bis 28. Oktober 2026 in Granada. Er richtete den Blick auf konkrete Anwendungen in Behörden und auf die Qualifizierung breiter Bevölkerungsgruppen. Prognosen zu Produktivitätsgewinnen und Beschäftigungseffekten wurden als Ziele formuliert; belastbare Wirkungsnachweise stehen noch aus.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).