Politik

Calama weist Zapateros Befangenheitsantrag gegen Joyería Yanes ab

Der Ermittlungsrichter der Audiencia Nacional, José Luis Calama, hat am 29. September 2026 den Befangenheitsantrag von José Luis Rodríguez Zapatero gegen die als Gutachter benannte Joyería Yanes zurückgewiesen.

Der Ermittlungsrichter der Audiencia Nacional, José Luis Calama, hat den Befangenheitsantrag der Verteidigung von José Luis Rodríguez Zapatero gegen die Joyería Yanes abgewiesen. In seinem am 29. September 2026 ergangenen Beschluss hält Calama fest, die öffentlichen Äußerungen von Juan Yanes López über die Echtheit und einen möglichen Gesamtwert der sichergestellten Schmuckstücke belegten weder ein eigenes Interesse an der Sache noch einen sonstigen gesetzlichen Grund für eine Ablehnung als Sachverständiger. Die gerichtliche Beauftragung der Joyería Yanes bleibt damit bestehen.

Hintergrund ist eine Durchsuchung am 19. Mai 2026, bei der in einem Büro Zapateros mehrere Schmuckstücke beschlagnahmt wurden. Ein erstes Gutachten des Auktionshauses Ansorena hatte den Gesamtwert auf rund 1,3 Millionen Euro beziffert. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ordnete Calama am 21. September 2026 eine vertiefende Begutachtung an und benannte hierfür die Joyería Yanes. Zapateros Verteidigung hatte eingewandt, Juan Yanes habe bereits am 26. Mai 2026 in Medienauftritten Schätzungen abgegeben und damit Zweifel an seiner Unvoreingenommenheit geweckt. Diese Argumentation ließ der Richter nicht gelten.

Zapatero macht geltend, die Stücke seien 2007 ein persönliches Geschenk des später verstorbenen saudi-arabischen Königs Abdullah bin Abdulaziz gewesen. Seine Anwälte haben zur Herkunftsbestätigung Rechtshilfeersuchen in Saudi-Arabien angeregt, die nach Angaben aus dem Verfahren in den vergangenen drei Monaten jedoch ohne greifbares Ergebnis geblieben sind. Das Gericht hatte Fristen gesetzt, entsprechende Nachweise vorzulegen.

Rechtlich verweist der Beschluss auf die engen Voraussetzungen für die Ablehnung von gerichtlich bestellten Sachverständigen in Spanien: Medienäußerungen allein reichen nicht aus; es müssen objektive Anhaltspunkte für ein unmittelbares Interesse oder andere gesetzlich benannte Gründe vorliegen. Mit der Entscheidung setzt Calama diese Maßstäbe strikt um.

Offen ist nun der weitere Ablauf der Bewertung. Die Joyería Yanes soll ein neues, gerichtsfestes Sachverständigengutachten erstellen. Die Verteidigung hat angekündigt, ihrerseits einen eigenen Experten zu benennen und gegen die Beauftragung weitere Rechtsmittel zu prüfen. Der Vorgang ist Teil des als Fall Plus Ultra geführten Ermittlungsverfahrens vor der Audiencia Nacional, das sich derzeit vor allem auf die Sicherstellung, die Herkunft und die Bewertung der Schmuckstücke konzentriert. Zentrale Verfahrensfragen betreffen dabei die Dokumentation der Provenienz sowie die methodische Herleitung des Markt- und Ersatzwerts der einzelnen Stücke.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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