Politik

Bengoetxea wirbt in Argentinien für baskische Autonomie und Diaspora

Bei der Semana Nacional Vasca in Villa María hob Vizelehendakari Ibone Bengoetxea am 11. Oktober 2026 die Rolle der Diaspora und die Bedeutung der baskischen Selbstregierung hervor.

Ibone Bengoetxea, Vizelehendakari und Ministerin für Kultur und Sprachpolitik des Gobierno Vasco, hat am 11. Oktober 2026 bei der Semana Nacional Vasca in Villa María (Provinz Córdoba, Argentinien) die Bedeutung der baskischen Selbstregierung und der Diaspora für die Zukunft Euskadis betont. Vor rund 1.000 Teilnehmenden der baskisch-argentinischen Gemeinschaft würdigte sie den 90. Jahrestag des ersten Gobierno Vasco unter José Antonio Agirre und stellte die damals leitenden Werte Freiheit, Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte in den Mittelpunkt.

Bengoetxea verband in ihrer Rede die historische Erinnerung an das Jahr 1936 mit aktuellen Prioritäten der autonomen Politik. Sie nannte als zentrale Herausforderungen die Energiewende, die technologische Transformation durch Künstliche Intelligenz, den Zugang zu Wohnraum sowie die Stärkung öffentlicher Dienste und der Innovationsfähigkeit. Die im Estatuto de Gernika verankerten Zuständigkeiten hätten es ermöglicht, in Bereichen wie Gesundheit, Bildung, Kultur, Industrie und Forschung eigenständige Politik zu entwickeln und damit Wohlstand und sozialen Zusammenhalt zu fördern.

Einen Schwerpunkt legte sie auf die Sprache: Argentinien habe in der institutionell organisierten Lehre des Euskara außerhalb des Baskenlands eine Pionierrolle eingenommen. Das 1990 gestartete Programm Argentinan Euskaraz sei zum heutigen Euskara Munduan weiterentwickelt worden. Nach Angaben der baskischen Regierung bieten weltweit rund 75 euskal etxeak Unterricht in Euskara an, etwa die Hälfte davon in Argentinien. Bengoetxea dankte Lehrkräften, Lernenden und Vereinen für ihr Engagement bei der Weitergabe der Sprache zwischen den Generationen.

Neben dem Auftritt bei der Semana Nacional Vasca nahm die Vizelehendakari an der Jahresversammlung der FEVA, der Federación de Entidades Vasco Argentinas, teil. Dort bekräftigte sie die Unterstützung des Gobierno Vasco für die Arbeit der Zentren und skizzierte Projekte zur weiteren Zusammenarbeit bei Sprachförderung und Zertifizierung von Lehrangeboten. Zugleich rief sie die Diaspora auf, neben der Pflege kultureller Bindungen auch neue Partnerschaften in Wissensaustausch, Innovation und unternehmerischer Tätigkeit zu entwickeln.

Bengoetxea erinnerte an die historische Verbindung zwischen José Antonio Agirre und Argentinien, das den Lehendakari im Exil aufnahm. Die engen Beziehungen hätten wesentlich dazu beigetragen, Identität, Kultur und Sprache der Baskinnen und Basken über Jahrzehnte hinweg lebendig zu halten. Die Botschaft ihrer Reise nach Villa María zielte auf Kontinuität: Die Diaspora solle auch künftig als aktiver Teil einer globalen Euskadi wirken – mit festem Bezug zu den eigenen Wurzeln und offen für Kooperationen, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Chancen schaffen.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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