Baskenland

Baskische Regierung startet 181-Millionen-Projekt für flexible Mercedes-Fertigung in Vitoria

In Vitoria-Gasteiz hat der Lehendakari das Projekt Fabricación Flexible de la nueva Automoción vorgestellt: 181 Millionen Euro öffentlich-private Mittel für die Umrüstung der Mercedes-Fabrik, mit Fokus auf flexible Prozesse und Elektromobilität.

Die baskische Regierung hat am 30. September 2026 in der Mercedes-Fabrik von Vitoria-Gasteiz das Projekt Fabricación Flexible de la nueva Automoción vorgestellt. Es sieht eine initiale öffentlich-private Investition von 181 Millionen Euro in den kommenden drei Jahren vor, davon rund 61 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung. Ziel ist es, die Produktion im Werk technologisch zu erneuern, stärker zu flexibilisieren und damit künftige Baureihen der Vans antriebsübergreifend fertigen zu können.

Der Lehendakari Imanol Pradales begründete das Vorhaben mit der Notwendigkeit, im internationalen Wettbewerb Tempo aufzunehmen und die Industrie dekarbonisiert, technologisch intensiver und zugleich wettbewerbsfähig aufzustellen. Er forderte zugleich entschlossene industriepolitische Entscheidungen in Europa, um Markt und Produktion zu schützen. Der zuständige Regionalminister Mikel Jauregi betonte den Charakter des Projekts als Gemeinschaftsaufgabe von Unternehmen, Forschung und öffentlicher Hand unter Führung des Gobierno Vasco.

Von Unternehmensseite hob der Werkleiter Bernd Krottmayer die Bedeutung flexibler Anlagen und Abläufe hervor, um Produktionsprogramme kurzfristig an die Marktlage anzupassen. Der Diputado General von Álava, Ramiro González, verwies auf die überregionale Bedeutung des Standorts für Wertschöpfung und Beschäftigung. Nach seinen Angaben strahlt die Investition über die Werkstore hinaus in das industrielle Umfeld der Provinz.

Ein aktueller Anknüpfungspunkt ist der elektrische Mercedes-Benz VLE, dessen Produktionsanlauf in diesem Jahr vorgesehen ist. Nach Behördenangaben ersetzt die neue Modellfamilie den bisherigen EQV und führt strukturelle Verbesserungen, erweiterte Elektronikfunktionen und fortschrittliche Sicherheitssysteme ein. Für das Werk bedeutet die Flexibilisierung, unterschiedliche Fahrzeugarchitekturen und Antriebsvarianten in einer Linie abzubilden und damit schneller auf technologische Entwicklungen und die Nachfrage reagieren zu können.

Offen bleibt vorerst die genaue Staffelung der Einzelmaßnahmen und Förderinstrumente innerhalb des Dreijahreszeitraums. Ebenfalls nicht präzisiert wurden konkrete Beschäftigungseffekte. Fest steht, dass die Umrüstung eine engere Zusammenarbeit mit regionalen Zulieferern und Forschungseinrichtungen erfordert und neue Qualifikationen in der Belegschaft nach sich ziehen dürfte. Die baskische Regierung sieht darin einen Baustein, um die Industriekompetenz in Euskadi zu sichern und weitere Wertschöpfung in Álava zu halten.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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