Im Convento de Santa Clara in Pontevedra sind im September zwei außergewöhnliche menschliche Überreste geborgen worden: Am 14. September wurde bei den Ausgrabungen ein saponifiziertes Gehirn dokumentiert, am 18. September bestätigten die Verantwortlichen einen zweiten, vergleichbaren Fund. Die Deputación de Pontevedra stellte die Funde öffentlich vor und bezeichnete sie als sehr seltene Fälle, die auf der Iberischen Halbinsel bislang kaum belegt seien.
Die Gehirnreste wurden in historischen Bestattungen des Klosterareals entdeckt, wo das Grabungsteam zudem skelettierte Beisetzungen sowie weitere menschliche Überreste freilegte, darunter Knochenfragmente von Kindern und den Leichnam eines Kaplans. In mindestens einem Befund war Weichgewebe erhalten, das die Archäologinnen und Archäologen als saponifiziert einordnen. Unter Saponifikation versteht man eine seltene Form der Gewebeerhaltung, bei der sich körpereigene Fette unter feuchten, sauerstoffarmen Bedingungen chemisch in eine seifenartige Substanz umwandeln. Vergleichbare Fälle sind aus einzelnen internationalen Publikationen, etwa aus Argentinien, Chile oder Italien, bekannt.
Der Vizepräsident der Deputación de Pontevedra, Rafa Domínguez, hob die wissenschaftliche Bedeutung der Entdeckungen hervor. Die Funde eröffneten neue Fragen zur Bestattungspraxis und zu den mikroklimatischen Bedingungen, die eine derart ungewöhnliche Erhaltung ermöglicht haben könnten. Um Alter, Erhaltungsprozesse und mögliche Begleitbefunde zu klären, wurden weiterführende Untersuchungen veranlasst, darunter radiokarbondatierte Zeitbestimmungen, forensische Analysen und geochemische Tests. Bis zum Abschluss dieser Arbeiten sollen Aussagen zu Identitäten, genauer Chronologie oder medizinischen Besonderheiten zurückhaltend formuliert werden.
Das Konventgelände ist Teil eines größeren Projekts, das von der Deputación de Pontevedra koordiniert und auf eine museale Nutzung durch das Museo de Pontevedra hin ausgerichtet ist. Die derzeitige Ausgrabungskampagne wird in enger Abstimmung mit wissenschaftlichen Einrichtungen fortgeführt; Ergebnisse sollen schrittweise publiziert werden. Regionale Medien wie Europa Press und La Voz de Galicia berichteten über die Funde und verwiesen auf die Bedeutung des Klosters Santa Clara für die Stadtgeschichte von Pontevedra.
Mit den jüngsten Nachweisen rückt das Convento de Santa Clara in den Fokus archäologischer Forschung zur Erhaltung menschlicher Weichteile. Die Entdeckungen liefern potenziell seltene Datensätze zu Umweltbedingungen in historischen Gräbern. Entscheidend für die weitere Einordnung bleiben nun die Laborbefunde, auf deren Grundlage die Ergebnisse wissenschaftlich belastbar eingeordnet werden können.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).