Die Deputación de Pontevedra hat am 14. September neue Ergebnisse der archäologischen Arbeiten im Kloster Santa Clara vorgestellt: In einer Bestattung im Chorbereich der Kirche wurde ein saponifiziertes Gehirn geborgen. Nach Angaben des Grabungsteams handelt es sich um einen in Spanien äußerst seltenen Befund. Zugleich wurden die sterblichen Überreste zweier Kinder sowie der vollständig bekleidete Körper eines Kaplans dokumentiert, bei dem Schuhe und liturgische Kleidung erhalten sind. Die Funde wurden gesichert und für Laboranalysen vorbereitet.
Saponifikation bezeichnet einen postmortalen chemischen Prozess, bei dem körpereigene Fette in eine wachsartige Substanz übergehen und so Weichgewebe außergewöhnlich erhalten bleiben können. Der betroffene Bereich war bereits in früheren Kampagnen als Begräbniszone identifiziert worden. Die aktuellen Sondagen laufen seit Juni 2026. Nach Einschätzung der Archäologinnen und Archäologen liegt das Grab mit dem saponifizierten Gewebe stratigraphisch unter Bereichen, die spätestens Anfang des 20. Jahrhunderts geöffnet worden waren. Eine genauere zeitliche Einordnung soll mittels forensischer und naturwissenschaftlicher Untersuchungen erfolgen.
Die Verantwortlichen betonen, dass es sich bei der Charakterisierung des Gewebes und der wissenschaftlichen Einordnung um vorläufige Bewertungen handelt. Identität, Alter und Todesumstände der Verstorbenen bleiben offen, bis Laborergebnisse vorliegen. Nach Angaben der Deputación de Pontevedra ist eine forensische Anthropologin in die Auswertung eingebunden. Teilproben und Dokumentationen sollen an die Fakultät für Geschichte der Universität Santiago de Compostela übergeben werden.
In öffentlichen Stellungnahmen würdigte der Vizepräsident der Deputación, Rafa Domínguez, die Funde als außergewöhnlich und unterstützte die Forderung der Fachleute nach einer erweiterten Ausgrabung der Kirchenräume. Neben zusätzlichen Untersuchungsflächen werden eine strikte Dokumentation der Kontexte und eine lückenlose Verwahrung der Proben hervorgehoben, um spätere Analysen nicht zu beeinträchtigen.
Der Fund stärkt aus Sicht von Fachleuten die wissenschaftliche Bedeutung des Ensembles von Santa Clara und verleiht den laufenden Restaurierungs- und Museumsplänen zusätzliches Gewicht. Über die weitere Grabungsstrategie und den Zeitplan soll nach Vorliegen erster Laborergebnisse entschieden werden. Prognosen zu Datierungen oder Ursachen für die außergewöhnliche Erhaltung gelten bis dahin ausdrücklich als vorläufig.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).