In Las Palmas de Gran Canaria ist am 20. September 2026 das Archivo Viejas Glorias der Öffentlichkeit präsentiert worden. Das Vorhaben sammelt, ordnet und sichert Zeugnisse zur Bühnenarbeit von trans und travesti auftretenden Künstlerinnen auf Gran Canaria aus dem Zeitraum 1976 bis 1998. Kern des Bestands sind Fotografien, Plakate, Programmzettel, Presseberichte sowie private Film- und Tonaufnahmen; parallel läuft ein öffentlicher Aufruf zur Ergänzung fehlender Materialien.
Der Koordinator Luis Lorite betont, das Projekt wolle die künstlerische Dimension der Beteiligten sichtbar machen und sie nicht auf Opfer- oder Aktivistenrollen reduzieren. Als Anstoß nennt Lorite die Zusammenarbeit mit der Künstlerin Margaret García; die Initiator:innen geben an, dass García in derselben Woche verstarb, in der das Instituto de las Mujeres eine Förderzusage aus dem Ministerio de Igualdad bewilligte, wodurch das Projekt zugleich als Erinnerungshommage verstanden werde.
Neben der Dokumentensicherung ist vorgesehen, Oral-History-Interviews zu führen und die Bestände fachlich zu kontextualisieren: Ziel ist eine belastbare Einordnung der Szene in die Kulturgeschichte der Übergangszeit Spaniens und der Kanarischen Inseln. Verbindliche Entscheidungen zu dauerhaften Präsentationsformen — etwa einer öffentlich zugänglichen Datenbank, Wanderausstellungen oder Kooperationen mit bestehenden Archiven auf den Kanaren — hängen laut Projekt von weiteren Vereinbarungen zur Rechteklärung und technischer Infrastruktur ab.
Lokale Kulturträger, Zeitzeug:innen und Vertreter:innen von Seniorenstrukturen sind in den Sammlungsprozess eingebunden; das Projekt benennt explizit die Bedeutung von Hafenverbindungen und touristischen Zirkulationswegen für die künstlerische Sichtbarkeit Las Palmas’ in der späten Franco-Zeit und der anschließenden Demokratisierung. Öffentliche Projektangaben sowie ein ausführlicher Bericht von elDiario.es vom 20. September 2026 liefern die bisher belastbaren Nachweise für Datum, Förderzusage und Aussagen der Projektverantwortlichen.
Die nächste Phase ist die systematische Katalogisierung der Bestände, die rechtliche Klärung von Nutzungsrechten und die Planung erster Präsentationen. Mit dem Archivo Viejas Glorias erhält ein bislang randständig dokumentiertes Kapitel der Kulturszene auf Gran Canaria erstmals eine gezielte Speicherung und öffentliche Präsenz.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).