Das Instituto Nacional de Estadística (INE) hat am 8. September 2026 vorläufige Ergebnisse zum Índice de Coste Laboral Armonizado (ICLA; Basisjahr 2020) für das zweite Quartal 2026 veröffentlicht. Der Arbeitskostenaufwand pro geleisteter Stunde stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 4,2 Prozent, wenn Unterschiede bei Arbeitstagen und Saisoneffekte bereinigt werden. In der nicht bereinigten Originalserie beträgt die Jahresrate 4,8 Prozent.
Der ICLA misst als harmonisierte Kenngröße die Veränderung der Arbeitskosten je Arbeitsstunde, wobei das Basisjahr 2020 gleich 100 gesetzt ist. Die kalender- und saisonbereinigte Reihe dient der Beurteilung des zugrunde liegenden Trends, da sie regelmäßige Schwankungen durch unterschiedliche Arbeitstage, Ferienperioden und branchenübliche Auszahlungsmuster glättet. Die gleichzeitige Veröffentlichung der Originalserie ermöglicht es, konjunkturell bedeutsame Ausschläge sichtbar zu halten.
Nach Branchen zeigen die bereinigten Jahresraten die stärksten Zuwächse in der öffentlichen Verwaltung und Verteidigung einschließlich der obligatorischen Sozialversicherung (6,9 Prozent), gefolgt von Immobilienaktivitäten (6,8 Prozent) und dem Bildungsbereich (6,5 Prozent). Demgegenüber verzeichnete die Energieversorgung den deutlichsten Rückgang mit einer bereinigten Jahresrate von minus 9,0 Prozent. Die Spannweite der Werte unterstreicht, dass sektorale Gewichtungen und Entgeltstrukturen den Gesamtindex wesentlich prägen.
Gegenüber dem Vorquartal nahm der ICLA nach Bereinigung um Kalender- und Saisoneffekte um 0,4 Prozent zu. Ohne Bereinigung fiel die Quartalsveränderung mit 6,1 Prozent deutlich höher aus. Das INE führt den Unterschied im Wesentlichen auf die stärkere Gewichtung außerordentlicher Zahlungen in diesem Quartal zurück, die sich in der Originalserie, nicht aber in der bereinigten Reihe, unmittelbar niederschlagen. Für kurzfristige Vergleiche ist daher die bereinigte Serie aussagekräftiger, während die Originalreihe die tatsächliche Zahlungsverteilung im Quartal abbildet.
Die Veröffentlichung enthält tabellarische Detailergebnisse, sektorale Gewichtungen und methodische Hinweise. Grundlage sind die Trimestrale Erhebung der Arbeitskosten sowie ergänzende Verwaltungsdaten für den öffentlichen Sektor. Im Zuge der Publikation hat das INE nach eigenen Angaben auch die Daten für das erste Quartal 2026 aktualisiert; die revidierten Zeitreihen sind über INEBase abrufbar. Als Indikator zur Beobachtung der Kostenentwicklung am Arbeitsmarkt signalisiert ein Plus der Arbeitskosten je Stunde um rund vier bis fünf Prozent im Jahresvergleich – sofern es nicht durch entsprechende Produktivitätszuwächse kompensiert wird – potenziellen Kostendruck in einzelnen Branchen.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).