Andalusien

Andalusien: Vergaben an Private setzen frühe Förderung unter Druck

Familien und Fachkräfte in Almería und Granada melden Engpässe und Personalverschleiß in den Centros de Atención e Intervención Temprana (CAIT). Die Junta de Andalucía verweist auf Reformen und einen geplanten Concierto social zur Stabilisierung…

In Andalusien spitzt sich der Streit um die frühe Förderung für Kinder mit Entwicklungsrisiken zu. Familien und Fachkräfte berichten aus Provinzen wie Almería und Granada von überlasteten Centros de Atención e Intervención Temprana (CAIT), wachsenden Wartelisten und Personalfluktuation. Auslöser sei die jüngste Vergabepraxis, die vermehrt private Anbieter zum Zug kommen lasse und damit die bislang stark gemeinnützig geprägte Trägerlandschaft unter Druck setze, heißt es aus Elterninitiativen und Berufsverbänden.

Die Regionalregierung betont dagegen, die Neuordnung sichere und verbessere das Angebot. Nach Zahlen der Junta de Andalucía erhielten 2024 rund 35.000 Kinder Leistungen der Atención temprana. Künftig soll die Versorgung über einen Concierto social neu strukturiert werden. Damit, so die Darstellung der Regierung, ließen sich Kontinuität, Qualitätsstandards und der Zugang in allen Provinzen ausbauen.

Vertreter von Einrichtungen und Eltern halten dem entgegen, dass geänderte Auswahlkriterien kleinere, lokal verankerte Träger benachteiligten. Das gefährde die Stabilität therapeutischer Teams und zwinge Familien zum Wechsel der Einrichtung, was Behandlungsverläufe unterbreche. In Almería und Granada werde dies besonders sichtbar: Dort berichten CAIT-Leitungen von ausgereizten Kapazitäten und Schwierigkeiten, vakante Stellen unter den vorgegebenen Konditionen nachzubesetzen.

Politisch hat der Konflikt bereits Spuren hinterlassen. Das Parlamento de Andalucía forderte am 18. März 2026 in einem Plenarbeschluss, die Versorgung in der frühen Förderung entlang transparenter, überprüfbarer Kriterien zu stabilisieren und Umstellungen so zu steuern, dass Kontinuität und Qualität gewahrt bleiben. Die Junta de Andalucía hatte zuvor Übergangsverträge verlängert und die Vorbereitung einer neuen Ausschreibung angekündigt.

Sachlich lassen sich drei Ebenen unterscheiden: Erstens der Bedarf, der laut Regierungsangaben mit jährlich zehntausenden Kindern hoch bleibt. Zweitens der vertragliche Rahmen, der mit dem geplanten Concierto social neu gesetzt werden soll und die Balance zwischen privaten und gemeinnützigen Trägern in den Provinzen beeinflusst. Drittens die praktische Umsetzung vor Ort, bei der Kontinuität im Team, verfügbare Fachkräfte und stabile Vergütungssysteme entscheidend sind.

Welche konkreten Folgen die nächste Vergaberunde für einzelne CAIT und Familien haben wird, hängt von den endgültigen Ausschreibungsunterlagen ab. Klar ist: Ohne eine an den tatsächlichen Bedarf geknüpfte Finanzierung und klare Qualitätskriterien drohen weitere Brüche in den Behandlungsverläufen – mit unmittelbaren Folgen für Kinder, die auf konsistente, interdisziplinäre Förderung angewiesen sind.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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