Manuel Gavira, zweiter Vizepräsident der Junta de Andalucía sowie Minister für Tourismus, Justiz, Deregulierung und Kommunalverwaltung, hat am Donnerstag die entschiedene Ablehnung der Regionalregierung gegen den von der Regierung in Madrid angekündigten Verteilungsmechanismus für unbegleitete Minderjährige bekräftigt. Andalusien werde sich „zu Lande, zu Wasser und in der Luft“ dagegenstellen, sagte Gavira, und fügte hinzu, diese Kinder müssten „bei ihren Eltern und in ihrem Land“ sein. Er kündigte politische und rechtliche Schritte an.
Hintergrund der Auseinandersetzung ist die angespannte Lage in Ceuta nach jüngsten Massenübertritten. Um die Stadt zu entlasten, hat die Regierung in Madrid eine Verteilung unbegleiteter Minderjähriger auf die Autonomen Gemeinschaften angekündigt und zusätzliche Mittel in Aussicht gestellt. Der Ministerrat hatte im Sommer bereits finanzielle Hilfen und Kriterien zur Unterstützung der Aufnahmeprogramme beschlossen. Ziel der Zentralverwaltung ist es, Aufnahmekapazitäten landesweit zu nutzen und Schutzstandards zu sichern.
Die Junta de Andalucía argumentiert, das regionale System der Kinder- und Jugendhilfe sei bereits stark beansprucht und dürfe nicht überlastet werden. Man berufe sich auf das Kindeswohl sowie auf begrenzte Plätze und Fachkräfte in Einrichtungen. Sollten landesweite Maßnahmen Andalusien zur Aufnahme verpflichten, fordert die Regionalregierung klare Garantien für Finanzierung, Personal und Betreuungsschlüssel. Parallel prüft sie, einzelne Vorgaben gerichtlich überprüfen zu lassen.
Der Streit reicht über Andalusien hinaus. In mehreren Regionen wird über Zuständigkeiten, Finanzierung und praktische Umsetzbarkeit gestritten. Aus Ceuta heißt es, die bloße Umverteilung behebe strukturelle Probleme nicht: Bürgermeister Juan Vivas forderte zuletzt zusätzliche Mittel und eine abgestimmte Strategie an der Grenze. Die Regierung in Madrid verweist dagegen auf die Pflicht zum Schutz unbegleiteter Minderjähriger und auf die Solidarität der Autonomen Gemeinschaften.
Wie viele Minderjährige konkret verlegt werden und welche Regionen sie aufnehmen, ist Gegenstand laufender Verwaltungsentscheidungen. Zwischen Zentralregierung und Ländern dauern Gespräche über Kapazitäten und Finanzierung an. Gaviras Ankündigungen sind politische Positionierungen; ob sie vor Gericht Bestand haben oder zu Änderungen an den Plänen führen, ist offen. Klar ist lediglich, dass Ceuta kurzfristig entlastet werden soll, während die längerfristige Organisation von Aufnahme, Betreuung und Integration weiter umstritten bleibt.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).