Amigos de la Tierra La Rioja wirft der Regionalregierung mangelnde Transparenz vor. Kurz vor Beginn der neuen Jagdperiode auf den Wolf fordert die Organisation die umgehende Veröffentlichung des aktuellen Wolfszensus sowie des Berichts, den die Regierung von La Rioja an die Europäische Kommission gesandt haben soll. Die Beschwerde wurde beim Consejo de Transparencia y Buen Gobierno eingereicht.
Die Kritik richtet sich an die Consejería de Agricultura, Ganadería, Mundo Rural y Medio Ambiente. Nach Darstellung der Umweltorganisation habe das Ressort lediglich Daten zu Schäden und Entschädigungen bis 2024 bereitgestellt, aber weder den vollständigen regionalen Wolfszensus noch den an Brüssel übermittelten Bewertungsbericht offengelegt. Beide Dokumente seien jedoch entscheidungsrelevant, weil die Verwaltung über jagdliche Maßnahmen und mögliche Kontrollabschüsse befindet.
Die Regierung von La Rioja verweist in eigenen Mitteilungen und Parlamentsunterlagen auf einen jüngeren Zensus, der die Ausbreitung des Wolfes im Gebiet bestätigt. Demnach wurde die Präsenz der Art in zahlreichen Gemeinden dokumentiert; genannt werden mehrere Rudel sowie einzelne, durchziehende Tiere. Konkrete Zahlen, Methoden und Flächeneinheiten dieses Zensus hat die Consejería öffentlich nur auszugsweise beschrieben. Eine vollständige Veröffentlichung des Datensatzes liegt nach Angaben von Amigos de la Tierra La Rioja bislang nicht vor.
Der Konflikt ist in Spanien politisch und rechtlich sensibel. In La Rioja hatte die Regierung im März 2026 einen begrenzten populationskontrollierenden Eingriff von bis zu vier Tieren genehmigt. Gleichzeitig fordern Landwirtschaftsverbände belastbare Nachweise zu Schäden als Grundlage für Entschädigungen, während Naturschutzverbände auf einen transparenten, wissenschaftlich belastbaren Wolfszensus drängen. Der von der Europäische Kommission überwachte Erhaltungszustand des Wolfes ist zudem Gegenstand fortlaufender Berichte mehrerer Autonomieregierungen.
Kommt die Consejería der Auskunftspflicht nicht nach, könnte der Transparenzstreit juristisch eskalieren und das Verhältnis zwischen Verwaltung, Viehhaltern und Naturschutz weiter belasten. Zugleich würde die Debatte über Jagd- und Kontrollmaßnahmen ohne offen gelegte Daten an Schärfe gewinnen. Die hier erwähnten Angaben zum Vorkommen des Wolfes beruhen auf offiziellen Mitteilungen des Gobierno de La Rioja und auf in Sitzungen des Regionalparlaments von La Rioja referierten Zahlen; eine vollständige, frei zugängliche Fassung des Wolfszensus lag zum Redaktionsschluss nicht vor.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).