Galicien

A Coruña eröffnet Ausstellung Coruña brutalista zur Architekturwoche

Die Stadt A Coruña zeigt seit dem 5. Oktober die Ausstellung Coruña brutalista zur Semana da Arquitectura. Im Mittelpunkt steht die 119 Meter hohe Torre Hercón als höchstes Gebäude Galiciens.

A Coruña hat am 5. Oktober 2026 die Ausstellung Coruña brutalista im Palacio Municipal de María Pita eröffnet. Die Schau ist Teil der Semana da Arquitectura und rückt Bauten in den Fokus, die in den 1960er und 1970er Jahren mit sichtbarem Beton das Stadtbild prägten. Die Stadtverwaltung kündigte das Programm an und machte Öffnungszeiten und Inhalte öffentlich.

Zentrales Beispiel ist die Torre Hercón, auch Torre Costa Rica genannt. Das Hochhaus von José Antonio Franco Taboada entstand in den 1970er Jahren und erreicht 119 Meter. Es gilt als das höchste Gebäude in Galicien und als markanter Bezugspunkt für die regionale Rezeption des Brutalismus. Fotografien, Pläne und erläuternde Texte zeigen, wie Tragwerk und Fassade als Ausdrucksmittel genutzt wurden und welche konstruktiven Entscheidungen den Charakter des Hauses bestimmen.

Neben der Torre Hercón versammelt die Ausstellung weitere prägende Bauwerke: Schulen, Kirchen, Busbahnhofsanlagen und Wohnblöcke, bei denen der Baustoff Beton unverkleidet in Erscheinung tritt. Die Kuratorinnen und Kuratoren ordnen die Beispiele in den europäischen Kontext ein, in dem der Begriff Brutalismus über das französische béton brut und die Arbeiten britischer und kontinentaleuropäischer Architekten seinen Weg in die Fachsprache fand. Zugleich wird die lokale Ausprägung deutlich, die in A Coruña mit vertikalen Akzenten und großmaßstäblichen Infrastrukturen verbunden ist.

Aktuell gewinnt die Debatte über Erhalt und Umnutzung dieser Nachkriegsarchitektur an Gewicht. In A Coruña wurden der bauliche Zustand einzelner brutalistischer Bauten, Teilabbrüche und mögliche Sanierungsstrategien öffentlich diskutiert. Die Ausstellung trennt historische Beschreibung von denkmalpflegerischer Bewertung und verweist auf laufende technische Prüfungen. Konkrete Entscheidungen über Restaurierungen oder Fristen sind Sache gesonderter Verwaltungsverfahren und werden in der städtischen Agenda nicht vorweggenommen.

Mit Coruña brutalista will die Stadt eine Bestandsaufnahme liefern und eine fachliche wie bürgerschaftliche Diskussion anstoßen: über die Qualität und Verletzlichkeit des Bestands, über seine Nutzung im Alltag und über Prioritäten bei Instandhaltung und Energieeffizienz. Indem signifikante Bauten wie die Torre Hercón in Beziehung zu weniger bekannten Schulen, Kirchen oder Verkehrsbauten gesetzt werden, entsteht ein Panorama einer Epoche, deren nüchterne Materialehrlichkeit heute erneut Aufmerksamkeit findet. Die Semana da Arquitectura dient dabei als Rahmen, um das architektonische Erbe sichtbar zu machen und Kriterien für seinen zukünftigen Umgang transparent zu diskutieren.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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