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Vox zeigt Verkehrsminister Óscar Puente nach Zugunglück bei Urda an

Die Partei Vox hat am 29. Oktober 2026 beim Tribunal Supremo eine Strafanzeige gegen Verkehrsminister Óscar Puente wegen des Zugunglücks bei Urda eingereicht. Vorgeworfen werden unter anderem fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung.

Vox hat am 29. Oktober 2026 beim Tribunal Supremo eine Strafanzeige gegen Óscar Puente, den spanischen Minister für Verkehr und nachhaltige Mobilität, eingereicht. Die Partei bezieht sich auf das schwere Zugunglück vom 28. Oktober nahe Urda in der Provinz Toledo und wirft dem Minister unter anderem fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vor. Laut den Anzeigenführern habe der Minister durch Unterlassungen und mangelnde Aufsicht zu den Folgen des Unfalls beigetragen.

Die Anzeige wurde beim Obersten Gericht Spaniens eingereicht, weil Regierungsmitglieder für mutmaßliche Amtsdelikte der Zuständigkeit des Tribunal Supremo unterliegen. Hintergrund ist der verfassungsrechtliche Sonderzuständigkeitsstatus von Ministern (Aforamiento). Das Gericht prüft zunächst die Zulässigkeit, die eigene Zuständigkeit und ob ein Anfangsverdacht tragfähig begründet ist. In dieser Phase kann die Strafkammer erste Beweise anfordern, etwa behördliche Unterlagen zur Bahninfrastruktur, und über das weitere Vorgehen entscheiden. Vox beantragt, Puente als Beschuldigten anzuhören und einschlägige Dokumente – darunter Papiere der staatlichen Infrastrukturverwaltung Adif – auszuwerten.

Das Zugunglück bei Urda hat zahlreiche Tote und Verletzte gefordert; die genaue Bilanz und die Ursachen werden von den Behörden noch ermittelt. Parallel zur politischen Auseinandersetzung laufen straf- und verwaltungsrechtliche Untersuchungen. Technische Gutachten sollen klären, ob menschliches Versagen, technische Defekte, Infrastrukturmängel oder eine Kombination dieser Faktoren ursächlich waren. In Betracht kommen dabei typischerweise Überprüfungen zu Strecken- und Signalanlagen, betrieblichen Protokollen sowie Wartungs- und Aufsichtspflichten. Rechtlich ist zu betonen: Eine Strafanzeige begründet keine Schuld. Erst wenn der Oberste Gerichtshof ein förmliches Ermittlungsverfahren eröffnet, wird in der Sache ermittelt.

Aus dem Umfeld des Ministeriums hieß es nach Medienberichten, Óscar Puente werde mit den Ermittlungen kooperieren und dem Parlament für Erklärungen zur Verfügung stehen. Zudem wurde angekündigt, dass Unterlagen aus dem Ressort und von Adif den zuständigen Instanzen zur Prüfung bereitgestellt werden.

Die Anzeige verschärft die politische Debatte über die Bahnsicherheit in Spanien. Während die Opposition rasche Aufklärung und Verantwortlichkeiten einfordert, verweisen andere politische Akteure und Fachleute darauf, dass belastbare Schlussfolgerungen erst nach Vorliegen der technischen Befunde möglich sind. Der Fortgang der Prüfungen beim Tribunal Supremo sowie die Ergebnisse der Unfallanalysen werden bestimmen, ob aus der Strafanzeige weitere juristische Schritte folgen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen