Die Stadtratsfraktion von Vox in Zaragoza hat am 20. Oktober 2026 in der Kulturkommission beantragt, die seit 2022 beim offiziellen Pregón der Fiestas del Pilar gespielte Jota S'ha feito de nuey künftig durch wechselnde Stücke zu ersetzen. Der Sprecher der Fraktion, David Flores, begründete dies damit, es gebe viele Jotas, die Zaragoza gleichermaßen repräsentierten, und erklärte zudem, in der Stadt spreche niemand fabla.
Das Ayuntamiento de Zaragoza verweist dagegen auf eine städtische Bürgerbefragung aus dem Jahr 2023, die die Aufnahme von S'ha feito de nuey in den offiziellen Ablauf unterstützte. In einer Mitteilung zum Pregón vom 10. Oktober 2026 bestätigte die Stadt, dass beim diesjährigen Auftakt sowohl S'ha feito de nuey als auch der Canto a la Libertad gespielt wurden. Die Verwaltung sieht daher keinen Anlass für kurzfristige Änderungen.
Mit dem Antrag wird eine grundsätzliche Debatte über Repräsentation, Erinnerungskultur und den Umgang mit Regionalsprachen neu belebt. S'ha feito de nuey, eine Jota des aus Huesca stammenden Musikers Pepe Lera, wird in aragonischer Sprache (fabla) gesungen und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen, symbolischen Bestandteil des Pregón entwickelt. Der Canto a la Libertad von José Antonio Labordeta fungiert seit Langem als prägender Schlussmoment des Auftakts. Beide Stücke gelten in Zaragoza über Parteigrenzen hinweg als identitätsstiftend, wenn auch mit unterschiedlichen Akzenten.
Vox fordert nun eine erneute, breiter angelegte Bürgerbefragung mit mehreren Auswahlmöglichkeiten und einem regelmäßigen Wechsel des Repertoires. Das Rathaus betont die vorhandene Legitimation durch die Konsultation von 2023 und verweist auf die breite Akzeptanz der aktuellen Reihenfolge im Festprotokoll. Eine formale Entscheidung über das weitere Verfahren lag am 22. Oktober 2026 nicht vor.
Über die tatsächliche Zahl der Sprecherinnen und Sprecher der fabla in Zaragoza wurden in der Ausschusssitzung keine neuen Daten vorgelegt. Verlässliche, aktuelle Sprachstatistiken wurden von keiner der Fraktionen präsentiert. Unabhängig vom weiteren Verlauf zeigt der Vorgang, wie schnell lokale Festtraditionen zum Austragungsort politischer Auseinandersetzungen über Sprache und kulturelle Identität werden – und wie stark die Fiestas del Pilar über das rein Feierliche hinausreichen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).