Die Stadtverwaltung von Vigo hat die laufende Ausschreibung für den neuen städtischen Busvertrag vorläufig gestoppt. Die Mitteilung erschien am 28. September 2026 auf der Plataforma de Contratación del Sector Público. Das Vorhaben mit einem geschätzten Volumen von rund 470 Millionen Euro gilt als größter Einzelauftrag der Stadt. Als Begründung führt die Bekanntmachung an, die von den Bietern eingereichten Unterlagen seien so komplex, dass zusätzliche Klarstellungen der Unternehmen nötig seien. Einen Termin für die Wiederaufnahme nannte die Stadt nicht.
Der Vergabeprozess wird in Vigo seit 2025 vorbereitet. Technische Analysen zur Nachfrage und zur künftigen Netzgestaltung wurden den Ausschreibungsunterlagen zufolge bereits 2023 und 2024 erarbeitet. Nach lokalen Medienberichten beteiligten sich im Frühjahr 2026 mehrere große Verkehrsunternehmen am Verfahren, darunter die bisherige Betreiberin Vitrasa. Oppositionsvertreter im Rathaus hatten im Laufe des Jahres wiederholt auf Verzögerungen und Unklarheiten hingewiesen.
Unmittelbar nach der Veröffentlichung verlangte die Sprecherin der Partido Popular im Stadtrat eine Sondersitzung. Sie warf der Verwaltung mangelnde Transparenz vor und verwies auf Hinweise, es könne zu einem Prüfverfahren wegen möglicher wettbewerbswidriger Absprachen kommen. Der Bloque Nacionalista Galego kritisierte, die knappe Begründung erhöhe die rechtliche Unsicherheit und mache den Vergabeakt angreifbar. Von der Stadtverwaltung lag am Montag außer der Mitteilung auf der Vergabeplattform keine weitergehende Erläuterung vor.
Rechtlich ist eine Aussetzung möglich, wenn unklare Punkte oder formale Mängel die Wertung der Angebote behindern. Sie verpflichtet die Vergabestelle jedoch, Gründe und nächste Schritte nachvollziehbar zu dokumentieren. Aus der Bekanntmachung geht hervor, dass zunächst Erklärungen der Bieter einzuholen sind. Ob darüber hinaus Änderungen an den Vergabeunterlagen erforderlich werden, bleibt offen.
Praktisch bedeutet der Stopp, dass die geplante Neuordnung und Modernisierung des Busnetzes in Vigo vorerst nicht vorankommt. Solange das Vergabeverfahren ruht, können angekündigte Anpassungen bei Linienangebot, Flottenmodernisierung oder Tarifen nicht umgesetzt werden. Für unterlegene oder ausgeschlossene Teilnehmer steigt das Risiko und die Attraktivität von Nachprüfungsanträgen, sollte die Stadt später Wertungen oder Unterlagen ändern. Unklar ist zudem, wie lange der derzeitige Übergangsbetrieb mit Vitrasa fortgeführt werden muss und ob zusätzliche Kosten für die Kommune entstehen. Einen aktualisierten Zeitplan oder neue Meilensteine hat das Ayuntamiento de Vigo bislang nicht veröffentlicht.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).