Asturien

Viehhalter aus Ost-Asturien protestieren in Oviedo gegen Kosten und Wolfsrisse

Mehr als hundert Viehhalter fordern in Oviedo Maßnahmen gegen steigende Betriebskosten und Wolfsangriffe. Die Regionalregierung war zum Zeitpunkt der Kundgebung nicht gesprächsbereit.

Oviedo, 1. Oktober 2026 – Mehr als hundert Viehhalter aus dem östlichen Asturien haben am Donnerstag vor dem Sitz der Präsidentschaft des Gobierno del Principado in Oviedo gegen steigende Betriebskosten und Wolfsangriffe protestiert. Ziel der Kundgebung war es nach Angaben der Veranstalter, die Regionalregierung zu raschem Handeln zu bewegen und eine „würdige Zukunft“ für den ländlichen Raum einzufordern.

Unterstützt wurde die Demonstration von der Unión Rural Asturiana (URA). Sprecherinnen und Sprecher des Verbandes erklärten, die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe sei „nicht mehr tragbar“. Zwei Landwirte, Esteban Martínez und Miguel Madiedo, hatten den Protest mit einem mehrtägigen Fußmarsch aus dem Osten der Region nach Oviedo flankiert. Teilnehmende deponierten vor dem Gebäude Kuhglocken, Gülle und den Kadaver eines Tieres als symbolische Aktion.

Die Protestierenden verlangten ein Gespräch mit dem Regionalpräsidenten Adrián Barbón. Nach Angaben der Pressestelle hielt er sich zum Zeitpunkt der Kundgebung auf einer Auslandsreise auf und stand nicht zur Verfügung. Die URA drängte stattdessen auf ein Treffen mit dem Regionalminister Marcelino Marcos; ein Termin kam nach Darstellung der Teilnehmenden nicht zustande. In Redebeiträgen warnten Viehhalter vor einer Abwärtsspirale aus sinkenden Milchpreisen, wachsenden Futter- und Energiekosten sowie zunehmenden Wolfsrissen, die Existenzen gefährdeten und die Ortsstruktur aushöhlten.

Die Aktion reiht sich in eine Serie von Mobilisierungen ein, die den ländlichen Sektor in Asturien seit Monaten prägen. Agrarverbände kritisieren verzögerte Ausgleichszahlungen, unzureichende Entschädigungen für Wolfsangriffe und unklare Zuständigkeiten im Wolfsmanagement. Zugleich gibt es Spannungen innerhalb des Sektors; nicht alle Organisationen beteiligen sich an denselben Protestformen oder fordern identische Maßnahmen. Politisch richten sich die Erwartungen vor allem an die autonomen Behörden, die über Beihilfen, Entschädigungsregeln und Eingriffe in den Bestand großer Beutegreifer entscheiden.

Konkrete Zusagen der Regionalregierung lagen am Donnerstag nicht vor. Aus Behördenkreisen hieß es, man beobachte die Lage und prüfe weitere Schritte. Ob und wann Gespräche zwischen der Regierung des Principado und Vertreterinnen und Vertretern der Unión Rural Asturiana zustande kommen, blieb offen. Die Organisatoren kündigten an, ihre Mobilisierung fortzusetzen, falls es kurzfristig keine greifbaren Signale gebe. Prognosen über mögliche Lieferengpässe waren Teil der Reden einiger Teilnehmender; belastbare amtliche Hinweise darauf gab es bis Redaktionsschluss nicht.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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