Wirtschaft

Verbraucherumfrage der Europäische Zentralbank: Inflationserwartungen steigen im August

Die Europäische Zentralbank meldet für August 2026 höhere mittlere Inflationserwartungen; Einkommenserwartungen und Ausgabenpläne bleiben weitgehend stabil.

Die Europäische Zentralbank hat am 18. September 2026 Ergebnisse der ECB Consumer Expectations Survey für den Erhebungszeitraum 6 bis 24. August 2026 veröffentlicht. Demnach stiegen die medianen Inflationserwartungen der Verbraucher in der Eurozone sowohl für die nächsten zwölf Monate als auch auf Sicht von drei Jahren. Dagegen blieben die Erwartungen an das nominale Einkommenswachstum sowie an die privaten Ausgaben für die kommenden zwölf Monate weitgehend unverändert. Die Banco de España verbreitete die Mitteilung in spanischer Sprache.

Im Einzelnen veränderte sich die mediane Wahrnehmung der Inflation über die vergangenen zwölf Monate im August nicht und lag bei 3,5 Prozent. Die mediane Erwartung für die Inflationsrate in den nächsten zwölf Monaten erhöhte sich auf 3,0 Prozent nach 2,9 Prozent im Juli. Auf drei Jahre stiegen die Erwartungen auf 2,9 Prozent nach 2,7 Prozent im Juli. Die gemessene Unsicherheit bei den Erwartungen für die nächsten zwölf Monate ging zurück, bleibt jedoch oberhalb des Niveaus vor jüngeren geopolitischen Spannungen.

Nach Einkommensgruppen und Alterskohorten zeigen sich bekannte Muster: Haushalte in den unteren Einkommensquintilen berichten höhere Inflationswahrnehmungen und -erwartungen als Haushalte in den oberen Quintilen. Jüngere Befragte zwischen 18 und 34 Jahren gaben durchweg niedrigere Werte an als die Gruppen der 35- bis 54- und der 55- bis 70-Jährigen.

Bei Einkommen und Konsum blieb die mediane Erwartung für das nominale Einkommenswachstum in den nächsten zwölf Monaten bei 1,0 Prozent. Die wahrgenommene nominale Ausgabensteigerung der vergangenen zwölf Monate stieg leicht auf 5,2 Prozent nach 5,1 Prozent im Juli. Die erwarteten Ausgaben in den kommenden zwölf Monaten blieben mit 3,6 Prozent stabil. Die erwartete Arbeitslosenquote in zwölf Monaten ging gegenüber Juli zurück; der konkrete Medianwert ist im Datensatz der Umfrage ausgewiesen.

Im Wohnimmobiliensektor blieben die Erwartungen für die Preisentwicklung sowie für Hypothekenzinsen zwölf Monate voraus insgesamt stabil. Gleichzeitig verringerte sich der Anteil der Haushalte, die von einer Verschärfung des Kreditzugangs in den vergangenen zwölf Monaten berichteten; auch der Anteil, der für die kommenden zwölf Monate strengere Bedingungen erwartet, ging zurück.

Für die Geldpolitik der Eurozone sind die leicht höheren mittleren Inflationserwartungen bei stabilen Einkommenserwartungen bedeutsam. Die Europäische Zentralbank stellt zu den Ergebnissen detaillierte Aufschlüsselungen im Datenportal bereit und kündigte die nächste Veröffentlichung der Verbraucherumfrage für den 23. Oktober 2026 an.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk