Andalusien

Verbände protestieren gegen mutmaßlich abgelaufene Reagenzien in Axarquía-Klinik

Patienten- und Bürgerinitiativen rufen für den 15. Oktober in Torre del Mar zur Kundgebung auf. Die Staatsanwaltschaft von Málaga ermittelt zu Vorwürfen gegen das Labor des Hospital Comarcal de la Axarquía.

Mehrere Bürger- und Patientenorganisationen in der Provinz Málaga unterstützen den Protest gegen den mutmaßlichen Einsatz abgelaufener oder instabiler Reagenzien im Labor des Hospital Comarcal de la Axarquía. Vertreterinnen von AMAMA, der Marea Blanca de Málaga, dem Seniorenverband Jubilados del SAS sowie der Plataforma en Defensa de la Sanidad Pública del Rincón de la Victoria kündigten am 24. September in Vélez-Málaga eine Kundgebung für den 15. Oktober in Torre del Mar an. Sie fordern Transparenz über mögliche Unregelmäßigkeiten, Schutz für Hinweisgebende und Garantien für Patientinnen, Patienten und Beschäftigte.

Der Anlass ist ein seit Monaten schwelender Konflikt. Beschäftigte hatten berichtet, im Labor seien wiederholt Reagenzien genutzt worden, deren Ablaufdatum überschritten war oder deren Stabilität nicht gewährleistet gewesen sei. Daraufhin leitete die Staatsanwaltschaft von Málaga Vorermittlungen ein, um Reichweite und Verantwortlichkeiten zu klären. Nach bisher öffentlicher Informationslage gibt es noch keine gerichtlichen Entscheidungen; die Prüfung der Hinweise dauert an.

Die Klinikleitung des Hospital Comarcal de la Axarquía weist die Vorwürfe zurück. In Stellungnahmen betont sie, man halte sich an Herstellerangaben und interne Qualitätsprotokolle; abgelaufene oder unbrauchbare Reagenzien würden entsorgt. Beschäftigte, die Missstände öffentlich gemacht hätten, berichten hingegen von Druck am Arbeitsplatz. Gewerkschaften und Arbeitsinspektion sind nach deren Darstellung eingebunden.

Politisch wächst der Druck. Die Fraktion Adelante Andalucía will den Fall im Plenum des andalusischen Parlaments behandeln. Ihr Abgeordneter Luis Rodrigo verlangt Auskünfte der Regionalregierung, Schutz der Hinweisgebenden und eine lückenlose Aufklärung. Bürgerinitiativen sehen in dem Vorgang ein Risiko für das Vertrauen in labordiagnostische Verfahren, sollte sich der Verdacht bestätigen.

Im Zentrum stehen nun vier Fragen: Erstens, in welchem Zeitraum und Umfang möglicherweise fehlerhafte Analysen durchgeführt wurden. Zweitens, ob und inwiefern Patientenergebnisse betroffen waren. Drittens, wie interne Kontroll- und Meldewege funktionierten. Viertens, ob organisatorische oder personelle Konsequenzen zu ziehen sind. Die Organisatoren der Kundgebung dringen auf schnelle Zwischenberichte, um Betroffene zu informieren und gegebenenfalls Nachtests zu veranlassen.

Unabhängig vom Ausgang der Ermittlungen wird der Fall zur Bewährungsprobe für die Qualitätssicherung in der andalusischen Gesundheitsversorgung. Die anstehende Debatte im Parlament von Andalusien und die angekündigte Kundgebung in Torre del Mar setzen die Krankenhausleitung und die zuständige Verwaltung unter Beobachtung. Eine abschließende Bewertung ist erst möglich, wenn die Staatsanwaltschaft von Málaga ihre Prüfungen abgeschlossen und die Gesundheitsbehörden ihre internen Audits vorgelegt haben.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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