Technikerinnen und Techniker der Veranstaltungs- und Bühnenbranche in Navarra haben am 10. Oktober 2026 mit einem eintägigen Streik und mehreren Kundgebungen einen regionalen Tarifvertrag gefordert. Aufgerufen hatte die Gewerkschaft LAB. Demonstriert wurde unter anderem vor dem Palacio de Navarra, dem Kongress- und Kulturzentrum Baluarte und dem Teatro Gayarre in Pamplona.
Ziel der Aktion ist nach Angaben der Beschäftigten und von LAB ein erstes autonomes Tarifabkommen für die technische Arbeit bei Aufführungen, Konzerten und Events. Es soll verbindliche Mindestbedingungen festlegen – darunter klare Arbeitszeitregelungen, transparente Entlohnung und einheitliche Mindestlöhne – und einen bislang zersplitterten Sektor zusammenführen. Die Organisatoren begründen die Forderung mit ungleichen Vertragsformen, unregelmäßigen Einsatzzeiten und stark schwankenden Tagessätzen zwischen einzelnen Spielstätten und Auftraggebern.
Die Kundgebungen richteten sich an die Regionalverwaltung und an Kulturinstitutionen als Auftraggeber öffentlicher Produktionen. Nach übereinstimmenden Medien- und Gewerkschaftsangaben verlief der Protest friedlich. Der Betrieb an einzelnen Häusern wurde eingeschränkt. Nach Informationen des Diario de Navarra wurde im Teatro Gayarre mindestens eine Veranstaltung verlegt.
Die Gewerkschaft LAB sieht in einem regionalen Tarifvertrag den Hebel, um Mindeststandards branchenweit zu sichern. Dazu zählen aus ihrer Sicht Vorgaben zur Planungssicherheit, zur Bezahlung von Rüst- und Reisezeiten sowie zu Sicherheit und Gesundheitsschutz. Ein Abschluss würde außerdem die Kollektivverhandlungen auf Navarra fokussieren und Sonderregeln des Sektors berücksichtigen. Arbeitgeberverbände der Branche äußerten sich am Samstag zunächst nicht öffentlich zu den Forderungen.
Hintergrund ist ein Arbeitsmarkt, in dem technische Teams häufig projektbezogen und kurzfristig arbeiten. In Navarra sind viele Produktionsfirmen klein, was laut Beschäftigten zu uneinheitlichen Praktiken führt – etwa bei Zuschlägen für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit oder bei Ruhezeiten zwischen Auf- und Abbauten. Ein eigenständiges Abkommen soll hier nach Willen der Streikenden Mindestlinien festlegen, ohne betriebsspezifische Lösungen auszuschließen.
Ob weitere Streiktage folgen, ließen die Organisatoren offen. LAB kündigte an, die Beteiligten über die nächsten Schritte zu informieren. Die Regionalregierung äußerte sich am Samstag nicht zu möglichen Gesprächen. Unabhängig davon betonten die Streikenden, der Konflikt ziele nicht auf die Absage von Programmen, sondern auf Verhandlungen über verlässliche Regeln für die technische Infrastruktur des Kultur- und Eventbetriebs in Navarra.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).