Die Generalitat Valenciana führt die Zuständigkeiten des Sozialressorts vorübergehend mit dem Justizressort zusammen. Regierungschef Juanfran Pérez Llorca verteidigte am Dienstag die Entscheidung und bekundete sein Vertrauen in Justizministerin Nuria Martínez, die die Sozialaufgaben kommissarisch steuern soll. Auslöser ist der Abgang von Elena Albalat, die bislang die Conselleria de Servicios Sociales, Familia e Infancia leitete und nun als Spitzenkandidatin des Partido Popular für Castellón bei der Parlamentswahl am 29. November antritt.
Rechtliche Grundlage ist der im Diari Oficial de la Generalitat Valenciana veröffentlichte Beschluss vom 25. Oktober 2026, der Albalats Ausscheiden formalisiert. Eine sofortige Neubesetzung an der Spitze eines eigenständigen Sozialressorts sei nicht vorgesehen, hieß es aus dem Palau de la Generalitat. Stattdessen werden die Kompetenzen dem Ressort Conselleria de Justicia, Transparencia y Participación zugewiesen. Details zur endgültigen Zuschnittsregelung und zur Ressourcenzuweisung sollen zeitnah folgen.
Pérez Llorca stellte die organisatorische Zusammenführung als pragmatische Lösung dar, um Kontinuität in laufenden Programmen zu sichern. Konkrete Auswirkungen auf Projekte und Personal nannte die Regierung zunächst nicht. Laut Präsidialamt bleibt das Ziel, Verwaltungsabläufe zu straffen und Überschneidungen zu vermeiden. Die bisherige Conselleria de Servicios Sociales war im Dezember 2025 als eigenständiges Departement geschaffen worden; mit Albalats Wechsel entfällt vorerst eine separate Ressortspitze.
Die Opposition kritisierte den Schritt als politisch motiviert. Sie verweist auf unterschiedliche Maßnahmen gegenüber Mitgliedern der Regionalregierung, die ebenfalls für nationale Mandate kandidieren. Medienberichte dokumentieren diese Vorwürfe; die Regierung weist den Vorhalt eines doppelten Maßstabs zurück. Die Einschätzungen von Beobachtern bleiben Spekulationen; maßgeblich ist derzeit der im DOGV veröffentlichte Verwaltungsakt, der die Interimslösung ermöglicht.
Für die kommenden Wochen kündigte die Generalitat Valenciana Klarstellungen zur internen Aufgabenteilung zwischen den Direktionen beider Bereiche an. Bis dahin fungiert Justizministerin Nuria Martínez als verantwortliche Ansprechpartnerin auch für die Sozialdienste. Der Regierungschef bekräftigte, dass die öffentlichen Leistungen für besonders schutzbedürftige Gruppen unverändert gewährleistet würden. Ob nach der Wahl eine erneute Ressortreform ansteht, ließ Pérez Llorca offen.
Mit der Entscheidung passt die Comunitat Valenciana ihre Regierungsstruktur kurz vor dem nationalen Urnengang an. Sie reagiert damit auf eine personelle Verschiebung, die durch die Kandidatur von Elena Albalat in Castellón entstanden ist, und verlagert die Koordination der Sozialpolitik vorübergehend in die Conselleria de Justicia.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).